
Grußwort der Schirmherrin
Im Jahr 2004 stehen in der Europäischen Union
wichtige Weichenstellungen an, die das Gesicht der Gemeinschaft
verändern werden. Der Beitritt von zehn neuen Mitgliedstaaten
zum 1. Mai 2004 bedeutet für die Europäische Union die
größte Erweiterung ihrer Geschichte. Die Bürgerinnen
und Bürger der Mitgliedstaaten wählen vom 10. bis 13.
Juni 2004 (in Deutschland am letztgenannten Datum) ein neues Europäisches
Parlament. Und schließlich werden 2004 die Verhandlungen über
einen neuen Verfassungsvertrag für die Europäische Union
in die entscheidende Phase treten.
Mehr denn je besteht in diesem Zusammenhang eine
der größten politischen Herausforderungen darin, die
Zivilgesellschaft in den Einigungsprozess Europas einzubinden. Ich
bin fest davon überzeugt, dass die europäische Integration
nur dann erfolgreich verlaufen wird, wenn es gelingt, europäische
Zukunftsfragen noch stärker zu einer Sache der Bürgerinnen
und Bürger zu machen. Dabei kommt es darauf an, gerade auch
junge Menschen frühzeitig für Europa zu interessieren.
Wir wissen, dass persönliche Begegnungen und
soziales Engagement im europäischen Rahmen die Neugier Jugendlicher
auf Europa wecken und die Identifikation mit der Gemeinschaft stärken
können. Das EU-Aktionsprogramm JUGEND spielt dabei ebenso eine
wichtige Rolle wie die durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes
geförderte vielfältige internationale Jugendarbeit. Daneben
muss Jugendlichen regelmäßig die Gelegenheit gegeben
werden, sich mit ihren Wünschen, Anregungen und Visionen sowie
Fragen, Erwartungen und Zweifeln bezüglich Europas zu artikulieren.
Nur durch Information und Reflexion lässt sich "Europakompetenz"
entwickeln, d.h. die Bereitschaft und die Fähigkeit, sich mitgestaltend
in ein gemeinsam zu verantwortendes Europa einzubringen.
Insofern stellt der Wettbewerb "Ein Tag im Leben - Szenarien
zu Europa 2015" einen vielversprechenden Versuch dar, Jugendlichen
durch adäquate Information, kreative Präsentationsformen
sowie Gesprächsmöglichkeiten mit Abgeordneten des Europäischen
Parlaments persönlichen Zugang zu Europa und europäischer
Politik zu ermöglichen.
Ich wünsche allen Teilnehmenden aufschlussreiche
Entdeckungsreisen in die Gegenwart und Zukunft der Europäischen
Union und freue mich auf interessante Ergebnisse.

Renate Schmidt
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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