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Einwohner
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10,51 Mio (EU15: 371 Mio.)
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Fläche
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131.957 qkm (EU15: 3,2 Mio. qkm)
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Einwohner / qkm
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80
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Hauptstadt
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Athen (Athinai, 3.100.000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Neugriechisch
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Religion
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Griechisch-Orthodoxe (97,6 %), Muslime (1,3 %), Katholiken
(0,4 %)
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Urbanisierung
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65 %
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Arbeitslosigkeit
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10,5 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Nationalfeiertag
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25. März (Beginn des Befreiiungskampfes gegen das Osmanische
Reich 1821)
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Regierung
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Konstantinos Stephanopoulous (Staatsoberhaupt)
Konstantinos Simitis (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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1981
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I. Werte, Identität und Kultur
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In
der Antike war es ein Massenereignis, wenn alle vier Jahre tausend
und mehr Menschen aus ganz Griechenland nach Olympia zum dortigen
Zeus-Heiligtum strömten. Sogar Kriege wurden für das Ereignis
unterbrochen. Bei den dort abgehaltenen sportlichen Wettkämpfen
maßen sich in sportlichen Disziplinen zunächst nur Adlige,
später andere freie griechische Männer. Unfreie, Frauen
und Ausländer waren von der Teilnahme ausgenommen. Die Olympischen
Spiele der Neuzeit, die 1896 wieder aufgenommen wurden, kennen solche
Beschränkungen glücklicherweise nicht. Nach 1896 und 1906
ist Griechenland 2004 zum ersten Mal wieder Gastgeber der Olympischen
Sommerspiele.
Griechenland wird oft als Wiege der europäischen Kultur bezeichnet.
Allerdings war das Land durch fast vierhundert Jahre osmanische
Fremdherrschaft (1453- 1821) von den westeuropäischen Kulturen
abgeschnitten. Entwicklungen wie die Renaissance, die Reformation,
die Aufklärung und die bürgerlichen Revolutionen hat Griechenland
nicht miterlebt. Der "Hellenismus", der sich nach der
Unabhängigkeit 1821 herausbildete, war eher eine Imitation
klassischer Vorbilder aus der Antike.
Heute leben rund 10,6 Millionen Menschen in Griechenland, davon
allein mehr als drei Millionen in Athen. Dennoch ist der Anteil
der Griechen, die in Städten wohnen mit 65 Prozent im EU-Vergleich
gering. Fast zehn Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Landwirdschaft.
Von den mehr als 3000 Inseln, die zu Griechenland gehören,
sind weniger als 200 bewohnt. Die Landessprache ist Neugriechisch,
die mit eigenen griechischen Schriftzeichen geschrieben wird.
Das 20. Jahrhundert brachte für Griechenlands politisches
System eine Reihe von Instabilitäten: nach deutscher und italienischer
Besatzung im 2. Weltkrieg herrschte zwischen 1946 und 1949 Bürgerkrieg.
Schließlich brach 1967 eine siebenjährige Militärdiktatur
an. Mit deren Beendigung wurde auch die Monarchie abgeschafft, und
Griechenland wandelte sich 1975 per Verfassung zu einer parlamentarischen
Demokratie. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist der Präsident Constantin
Stephanopoulos, der Ministerpräsident heißt Konstantin
Simitis.
Die Griechen sind integrationsfreudige Europäer, die sich
durchaus ein Europa der Zukunft mit föderalem Charakter vorstellen
können. Die griechische Bevölkerung gehört zu den
großen Befürwortern der Europäischen Union. Neben
umfangreichen finanziellen Vergünstigungen brachte die Mitgliedschaft
in der EU den Griechen auch die Lösung außen- und sicherheitspolitischer
Probleme, denen sich Griechenland als unmittelbarer Nachbar des
ehemaligen Jugoslawien und Staat an der Grenze zu Asien ausgesetzt
sah. Als kleiner Mitgliedstaat sieht Griechenland seine globale
Einflussnahme nur im Rahmen der EU gegeben. Die griechische Bevölkerung
hatte viele Jahrhunderte Zeit, ihre eigene Kultur auszubilden und
weiterzuentwickeln. Einen Identitätsverlust durch den Beitritt
zur Europäischen Familie fürchteten sie nicht. Dementsprechend
hoch ist die Befürwortung der eigenen EU- Mitgliedschaft (61%).
Der EU-Erweiterung am 1. Mai 2004 sehen die Griechen mit großer
Zustimmung entgegen, da auch Zypern zu den beitretenden Ländern
gehören wird. 80% der Bewohner Zyperns sind griechischsprachig
und kulturell, ethnisch und religiös eng mit Griechenland verbunden.
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II. Politische Strukturen - Europas Verfassung
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Griechenland ist 1981 in die EG/EU aufgenommen worden, nachdem
es bis in die siebziger Jahre von einem autoritären Regime
regiert wurde. Bei der Aufnahme Griechenlands in die Gemeinschaft
spielte maßgeblich die Überlegung eine Rolle, damit die
noch junge Demokratie wirtschaftlich und politisch zu stabilisieren.
Als wirtschaftlich schwächstes Land in der Gemeinschaft profitiert
Griechenland in starkem Maße von den Fördermitteln aus
den Strukturfonds und dem 1993 eingerichteten Kohäsionsfonds.
Trotz dieser Hilfen konnte Griechenland bislang nicht die Kriterien
für eine Aufnahme in die Wirtschafts- und Währungsunion
erfüllen. Die griechische Regierung hofft bis zum Jahr 2002
wirtschaftlich, finanz- und währungspolitisch soweit aufgeholt
zu haben, um an der gemeinsamen Währung teilnehmen zu können.
Die in vielen Politikbereichen erforderliche Einstimmigkeitserfordernis
wurde in der Vergangenheit von der griechischen Regierung auch dazu
genutzt, neue Strukturhilfen für das Land durchzusetzen. Nicht
zuletzt darum steht Griechenland einer Ausweitung von Mehrheitsentscheidungen
ablehnend gegenüber. Im Vordergrund der griechischen Europapolitik
steht die Stärkung des sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalts
der Gemeinschaft.
Der immer wieder latent schwellende Konflikt zur Türkei ist
eine Ursache, warum Griechenland sich für eine Stärkung
der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU einsetzt.
Die Sicherung der Außengrenzen und die Verpflichtung zum gegenseitigen
Beistand in Konfliktfällen soll im Rahmen der GASP vertraglich
festgeschrieben werden. Um eine Annäherung der Türkei
an die EU zu verhindern, hat Griechenland wiederholt von seinem
Vetorecht Gebrauch gemacht.
Auf institutioneller Ebene befürwortet Griechenland die strikte
Beibehaltung des Grundsatzes der Gleichberechtigung aller Mitgliedstaaten.
Das bedeutet u.a. dass auch künftig jeder Mitgliedstaat in
jeder Institution vertreten sein soll und die Einstimmigkeitserfordernis
in wichtigen Fragen beibehalten wird. Die anstehenden Erweiterungen
dürfen in den Augen der griechischen Regierung zudem nicht
zu einer Rückentwicklung des wirtschaftlichen und sozialen
Besitzstandes der Union führen. Politikfelder, die zukünftig
auf EU- Ebene Priorität haben sollten, sind nach Meinung Griechenlands
Justiz und Inneres, Sicherheitspolitik, Umwelt- und Verbraucherschutz
so wie die Beschäftigungspolitik.
Gleich nach Beendigung der griechischen Militärdiktatur 1975
beantragte die junge Demokratie Griechenland den Beitritt zur EG.
1981 wurde Griechenland zehntes Mitglied der Europäischen Gemeinschaften.
In den vergangenen 22 Jahren hat Griechenland große Fortschritte
hinsichtlich seines wirtschaftlichen Wachstums und Wohlstands verzeichnen
können. Ein großer Erfolg war auch der Beitritt zur Euro-
Zone 2001.
Obwohl Griechenland als sehr integrationsfreundlicher Mitgliedstaat
gilt, hat das Land doch in einem Punkt über eine lange Zeit
hinweg einen Sonderweg beschritten. Nachdem Zypern 1990 den Antrag
auf EU- Beitritt gestellt hatte, versuchte Griechenland, das mit
Zypern historisch und kulturell verbunden ist, die Mitgliedschaft
des Inselstaates mit allen Mitteln durchzusetzen. 1994 bot Griechenland
zunächst an, das Veto gegen eine Zollunion mit der Türkei
fallen zu lassen, sobald die EU Beitrittsverhandlungen mit Zypern
aufgenommen hätte. Schließlich wollte Griechenland 1999
sogar die gesamte Osterweiterung blockieren, wenn nicht auch Zypern
als Kandidat gehandelt würde. Auf diese Weise hat Griechenland
schließlich das Ziel erreicht, Zypern wird im nächsten
Jahr der EU beitreten.
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III. Europas Rolle in der Welt
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Griechenlands außenpolitische Interessen konzentrieren sich
auf den Balkan, die Ägäis und Zypern. Mit der Türkei
verband Griechenland vor allem aufgrund von Grenzstreitigkeiten
und der Zypern-Frage jahrzehntelange politische Missstimmung. Eine
Umorientierung erfolgte erst 1999 mit der Wahl eines neuen griechischen
Außenministers, der den Dialog zwischen Athen und Ankara wieder
aufnahm. Kritische Punkte wie Souveränitätsrechte im Ägäischen
Meer und Zypern ließ man bisher noch außen vor. Hingegen
wurden Vereinbarungen in den Bereichen Wirtschaft, Tourismus, Umweltschutz
und Kultur getroffen. Griechenland wehrt sich heute nicht länger
gegen eine Zusammenarbeit zwischen EU und Türkei. Im Gegenteil
- Griechenland schlug sogar den Termin für den Beginn der Beitrittverhandlungen
mit der Türkei vor.
Ein besonderes Anliegen Griechenlands ist der EU-Beitritt Bulgariens
und Rumäniens. Wenn das ehemalige Jugoslawien von stabilen
Demokratien und florierenden Wirtschaftsräumen umgeben ist,
wird dies zu mehr Stabilität in der Krisenregion führen.
Außerdem wird Griechenland im Falle einer Mitgliedschaft der
beiden Staaten nicht länger räumlich abgegrenzt von den
übrigen EU- Mitgliedstaaten sein.
Als NATO- Partner hat Griechenland im eigenen Interesse an Militäreinsätze
in Bosnien, dem Kosovo und Mazedonien teilgenommen, aber auch Truppen
nach Afghanistan gesandt. Griechenland ist ein wichtiger Verbündeter
der USA. Das Land setzt seine verteidigungspolitischen Hoffnungen
auf die NATO. Eine europäische Verteidigungspolitik kann nach
Vorstellung der Griechen nur als Ergänzung zur NATO betrieben
werden.
Obwohl Griechenland im Rahmen des Irakkonfliktes den USA uneingeschränkte
Solidarität zugesichert hatte, bekundeten 90% der griechischen
Bevölkerung (mehr als in allen übrigen europäischen
Staaten) ihren Protest gegen einen Angriff auf den Irak.
Die Stärkung der GASP ist nach Ansicht Griechenlands eine
Bedingung, von der die "Existenz und das Überleben Europas"
abhängen wird. Die Weiterentwicklung zu einer europäischen
Verteidigungseinheit inklusive eines verbindlichen Beistandspaktes
ist in den Augen der griechischen Regierung unerlässlich. Nach
Auffassung der griechischen Regierung muss aber dennoch die Einstimmigkeitserfordernis
in der GASP weitgehend beibehalten werden. Darüber hinaus soll
auch die Möglichkeit bestehen bleiben, dass ein Mitgliedstaat
gegenüber gemeinsamen Beschlüssen in der GASP sein Veto
einlegen kann, wenn hierdurch vitale nationale Interessen
betroffen sind. Griechenland befürwortet, dass der EuGH auch
für Maßnahmen der EU-Mitgliedstaaten innerhalb der GASP
als Kontrollinstanz zuständig sein soll.
Dem neugeschaffenen Amt eines hohen Vertreters der
GASP steht Griechenland skeptisch gegenüber. Es fürchtet
eine Zersplitterung des institutionellen Rahmens der EU
und eine noch größere Unklarheit über die Verantwortlichkeiten
in der EU-Außenpolitik. Die Kommission ist nach Auffassung
der griechischen Regierung die bessere Instanz für die außenpolitische
Vertretung der EU, auch weil sie am ehesten gewährleistet,
dass die Interessen aller Mitgliedstaaten ausgewogen berücksichtigt
werden.
Griechenland fordert den Ausbau einer gemeinsamen Verteidigungspolitik
als Bestandteil der GASP. Hierfür wird eine schrittweise Integration
der WEU in die EU befürwortet. Eine Beistandsgarantie im Verteidigungsfall
sollte nach Meinung der griechischen Regierung ebenso in den Vertrag
aufgenommen werden wie der Grundsatz der territorialen Integrität
(Unverletzbarkeit der bestehenden Grenzen und Eigenständigkeit
in inneren Angelegenheiten). Die Integration der WEU in die EU ist
unter dem Eindruck der Kosovokrise auf dem EU-Gipfel von Köln
bereits beschlossen worden. Offen ist jedoch nach wie vor, in welcher
Form dies geschieht und inwieweit sich die neutralen Mitgliedstaaten
an der gemeinsamen EU-Sicherheitsarchitektur beteiligen werden.
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IV. Wohlstand und Nachhaltigkeit
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Die griechische Wirtschaft wird vom Dienstleistungssektor dominiert:
Primärer Sektor 20 Prozent, sekundärer Sektor 25 Prozent
und tertiärer Sektor 55 Prozent Hauptstandorte der Industrie
sind Athen und Thessaloniki.
Griechenland ist im EU-Vergleich immer noch ein stark agrarwirtschaftlich
geprägtes Land. Mehr als zehn Prozent der Erwerbsbevölkerung
sind in der Landwirtschaft tätig (EU-15: 3 Prozent). Landwirtschaftliche
Produkte wie Obst, Gemüse, Tabak, Wein, Baumwolle und Oliven
tragen zu 20 Prozent des griechischen Gesamtexports bei. Aufgrund
der kargen Vegetation spielt Viehwirtschaft eine untergeordnete
Rolle. Das küstenreiche Griechenland ist mit 60 Prozent an
der gesamten europäischen Fischzucht beteiligt. Mit dem Fang
von Seewolf und Meerbrasse ist Griechenland weltweit führend.
Niedrige Löhne und geringe Abgaben für die Arbeitgeber
haben die Ansiedelung einiger verarbeitender Manufakturen wie Textil-
und Nahrungsmittelindustrie in Griechenland bewirkt. 90 Prozent
aller Betriebe sind Klein- und Mittelständisch (bis 10 Mitarbeiter).
Der Großteil der griechischen Bevölkerung ist jedoch
im Dienstleistungssektor tätig (60 Prozent). Der Tourismus
beschäftigt allein mehr als 10 Prozent der Erwerbstätigen.
Griechenland belegt als Reiseziel weltweit Platz 15. Eine weitere
wichtige Rolle spielt die Schifffahrt. Griechenland verfügt
über die größte Handelsflotte EU-weit.
Abgesehen von geringen Mengen Erdöl ist Griechenland arm an
Rohstoffen und muss Energieträger in großen Mengen importieren.
Griechenland und seine Gewässer sind ein Knotenpunkt des internationalen
Erdöltransportes. Atomstrom spielt bei der Energieversorgung
keine Rolle. Im Bereich Umwelttechnologie macht Griechenland große
Fortschritte. Neben Windparks werden Solaranlagen für die Energiegewinnung
eingesetzt. Immerhin nimmt Griechenland im Hinblick auf Kollektorenflächen
EU- weit den zweiten Platz hinter Deutschland ein. Bei der Nutzung
von Windenergie steht das Land an achter Stelle.
In den letzten 10 Jahren wurde in Griechenland eine sehr gute Infrastruktur
für Grundlagenforschung aufgebaut. EU- weit gab Griechenland
mit 4,2 Prozent den höchsten Anteil des BIP für Forschung
und Entwicklung aus. Die Gelder flossen vor allem in Investitionen
in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie.
Griechenland ist erst "nachträglich" der Wirtschafts-
und Währungsunion beigetreten (1.1. 2001), gerade noch rechtzeitig
jedoch, um mit den anderen Staaten die Bargeldeinführung 2002
zu beginnen. Strenge wirtschafts- und haushaltspolitische Maßnahmen
haben zu einem zügigen Aufholen und zum Erreichen der Maastricht-
Kriterien (Preisstabilität, gemäßigtes Haushaltsdefizit,
keine Wechselkursspannungen, Zinssatz) geführt. Als problematisch
könnten sich in Zukunft die hohe Inflationsrate erweisen (mit
3,8 Prozent die zweihöchste in der EU), so wie eine Staatsverschuldung
von derzeit 105,3 Prozent.
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V. Arbeit, Bildung und Soziales
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Ein 13. Monatsgehalt ist in Griechenland ebenso üblich wie
die Zahlung einer Gratifikation zu Ostern und eines Urlausgelds
von jeweils 50 Prozent eines Monatsgehaltes. Jedoch liegen die Gehälter
um ca. 60 Prozent unter dem deutschen Durchschnitt.
Obwohl bereits seit den 80er Jahren in Griechenland Anstrengungen
unternommen werden, die Gleichberechtigung der Frau zu fördern,
herrscht vor allem auf dem Lande häufig noch das traditionelle
Rollenverständnis. Dementsprechend ist die Quote berufstätiger
Frauen in Griechenland deutlich niedriger als etwa in den skandinavischen
Ländern. Dennoch ist die Geburtenrate in Griechenland mit 1,3
Kindern pro Frau nach Spanien und Portugal die niedrigste EU-weit.
Wenn griechische Frauen die Berufstätigkeit gewählt haben,
sind Familie und Beruf oft schwer zu vereinbaren. Die freiwillige
Vorschulbildung beginnt in Griechenland mit 3 Jahren. Kindertagesstätten
sind die Ausnahme.
Aufgrund rückläufiger Geburten, steigender Lebenserwartung
und einer Arbeitslosenquote von derzeit 10,7 Prozent sieht sich
Griechenland wie auch die meisten anderen europäischen Staaten
gezwungen, Maßnahmen zur Reformierung des Sozialsystems zu
ergreifen. Zusätzlich zu den genannten Faktoren leidet Griechenland
noch heute unter den "Geschenken" des ehemaligen griechischen
Ministerpräsidenten Papandreou (1981- 1989; 1993- 1996). Zur
Belohnung seiner Parteianhänger hatte Papandreou viele teure
Zugeständnisse gemacht. Hunderttausende Angestellte des öffentlichen
Dienstes konnten frühzeitig in Rente gehen (mit Anfang 50).
Er veranlasste die Zahlung von Renten auch für diejenigen,
die nie eingezahlt hatten und "plünderte" die Sozialkassen
für Ausgaben des Staatshaushalts. Bei der griechischen Bevölkerung
war Papandreou sehr beliebt.
Um der Überlastung des Rentensystems Rechnung zu tragen, versuchte
sich die amtierende griechische Regierung 2001 mit einer Rentenreform,
die die Heraufsetzung des Rentenalters und die Kürzung von
Bezügen ab 2027 vorsah. Die griechische Bevölkerung organisierte
einen Generalstreik, und der Vorschlag zur Rentenreform wurde mit
dem Versprechen der Umarbeitung zurückgezogen. Noch heute steht
die Rentenreform aus.
Die Straßen Griechenlands sind vergleichsweise gefährlich
das Land führt die Verkehrsunfallstatistik in Europa
an. Die medizinische Versorgung wird in Griechenland nicht durch
Versicherungsbeiträge gedeckt. Ein steuerfinanziertes System
gewährleistet den Griechen kostenlose medizinische Versorgung.
Allerdings müssen die Patienten 25 Prozent der Medikamentenkosten
selber tragen.
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