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Einwohner
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57,95 Mio. (EU15: 371 Mio.)
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Fläche
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301 336 qkm (EU15: 3,2 Mio. qkm)
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Einwohner / qkm
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192
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Hauptstadt
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Rom (Roma, 2 656 000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Italienisch,
Deutsch (regional), Französisch (regional)
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Religion
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Katholisch (bei 90 %),
50.000 Protestanten, 35.000 Juden
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Urbanisierung
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67 %
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Arbeitslosigkeit
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9,1 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Regierungschef
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Carlo Azeglio Ciampi (Staatsoberhaupt)
Silvio Berlusconi (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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Gründungsmitglied
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I. Werte, Identität und Kultur
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"Typisch
italienisch was ist das? Na klar, das gute Essen, Pizza und Pasta.
Die vielen guten italienischen Weine, Chianti und Valpolicella.
Und die Kunst, das Leben zu genießen. Aber der "typische
Italiener" ist schon viel schwieriger zu beschreiben, denn
wahrscheinlich gibt es ihn gar nicht. Italien ist ein langgestrecktes
Land zwischen dem Brenner und der südlichsten Ecke Siziliens
liegen fast 2000 Kilometer. Von München bis zur Grenze liegen
gerade zwei Stunden Autofahrt, nach Palermo sind es zwei Tage. Deswegen
sind manche sogar der Ansicht, ein Mailänder hätte mehr
mit einem Münchner gemein als mit einem Sizilianer. Trotzdem
gibt es einige Dinge und Verhaltensweisen, die "typisch"
sind.
Einige Redewendungen zeigen das:
"fare una bella figura": Einen guten Eindruck zu machen
das ist wichtig in allen Lebenslagen. Das zeigt sich schon beim
Aussehen und bei der Kleidung. Edle Anzüge, Krawatten, elegante
Kleider trägt man nicht nur, wenn man ins Theater geht, sondern
auch im Alltag. Auch wer sich die teueren Anzüge von Armani
oder Mode von Valentino nicht leisten kann oder mag, achtet doch
darauf, "gut auszusehen". Zur "bella figura"
gehört auch die große Gastfreundlichkeit der Italiener.
Gäste werden großzügig bewirtet und bei Einladungen
zum Mittag- oder Abendessen "biegt sich die Tafel".
"la
mamma c´è una sola": Eine Mutter die gibt´s
nur einmal. Elternhaus und Familie spielen in Italien nach wie vor
eine große Rolle. Und die Mutter übt eine Schlüsselstellung
im Familienleben ein. Erst spät verlassen die Kinder das Elternhaus,
oft erst bei der Heirat, wenn eine eigene Familie gegründet
wird. Finanzielle Gründe mögen dabei auch eine Rolle spielen
da staatliche Unterstützung selten ist, muss die Familie enger
zusammenstehen. Aber auch in Italien verändern sich die Familienstrukturen.
Und das Klischee der italienischen Großfamilie mit vielen
"bambini" stimmt schon lange nicht mehr Italien ist das
Schlusslicht in der Geburtenstatistik Europas.
"mamma mia!!!: Ausruf der Freude, des Erstaunens oder des
Entsetzens je nach Betonung. Vielseitig einsetzbar!"
Aus: Europa kommt - wir gehen hin! Perspektiven
in Europa:
Ausbildung - Studium Jobben, Bundesanstalt für Arbeit,
Nürnberg 2002, S. 116.
In
der Antike war Rom lange Zeit der Nabel der Welt. Von dort zogen
die Römer aus, um ihrem Weltreich neue Gebiete hinzu zu erkämpfen.
Dabei ging es ihnen ausschließlich um Wohlstand und Macht.
Die unterworfenen Nationen durften meistens nicht nur ihre eigene
Kultur und Religion weiter ausüben. Häufig passierte es
auch, dass die Römer das Fremde annahmen und in ihre eigene
Kultur integrierten. Hinterlassenschaften in ganz Europa aus dieser
Zeit erzählen noch heute von der ersten "Europäischen
Gemeinschaft".
Wenn
auch unter anderen Vorzeichen sind die Mehrheit der Italiener auch
heute große Europabefürworter. Bei der jüngsten
Eurobarometer- Umfrage bezeichneten sich 59 Prozent als Italiener
und Europäer (EU- 15- Schnitt: 44 Prozent). Eine andere Erklärung
liefern Kulturwissenschaftler und Historiker mit der These, dass
ähnlich wie für die Deutschen Europa nach dem (verlorenen)
Zweiten Weltkrieg eine Art Ersatzidentität bildete.
Laut Verfassung von 1946 ist die parlamentarische Demokratie Italien
ein unitarischer Staat. Regionale kulturelle und historisch gewachsene
Unterschiede haben jedoch dazu geführt, dass Italien über
die letzten Jahrzehnte eine zunehmende Regionalisierung staatlicher
Zuständigkeiten erfahren hat. Eine treibende Kraft hierfür
waren auch die großen wirtschaftlichen Unterschiede zwischen
den vergleichsweise wohlhabenden Regionen im Norden und dem südlichen
Teil des Landes.
Staatsoberhaupt Italiens ist seit 1999 der Staatspräsident
Carlo Azeglio Ciampi. Aus den Wahlen 2001 ging Silvio Berlusconi
als Ministerpräsident hervor. Seine Regierung ist nicht unumstritten.
Zu heftigen Kontroversen führten einige Gesetzesvorhaben, die
Berlusconi den Ruf einbrachten, seine Macht als Regierungschef in
erster Linie zur Wahrung seiner persönlichen Interessen einzusetzen.
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II. Politische Strukturen - Europas Verfassung
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Italien
ist Gründungsmitglied der EG/EU. Die italienische Europapolitik
zeichnete sich bislang durchweg durch einen integrationsfreundlichen
Kurs aus, der auch von der italienischen Bevölkerung mitgetragen
wird. Italien zählt sich zum Kern der EU und steht der Vorreiterrolle
des Tandems Deutschland-Frankreichs bei der Fortentwicklung
der europäischen Integration zuweilen skeptisch gegenüber.
Es besteht in Italien allgemein die Auffassung, dass das Land von
Anfang an jedem weiteren Integrationsschritt beteiligt sein sollte.
So wurde die Teilnahme an der gemeinsamen Währung von Beginn
an von der italienischen Bevölkerung als Selbstverständlichkeit
angesehen, wofür man auch bereit war die Anstrengungen der
Regierung zur Erfüllung der Konvergenzkriterien zu unterstützen.
Die Erhebung einer einmaligen Europasteuer wurde hierfür
ohne Widerstand akzeptiert.
Italien unterstützt eine weitergehende Europäische Integration.
So werden die Verallgemeinerung von Mehrheitsbeschlüssen im
Rat und eine Stärkung der EU-Präsidentschaft sowie die
Ausweitung der Mitentscheidungsrechte des Europäischen Parlaments
befürwortet. Die Verträge der EU sollten nach Ansicht
der italienischen Regierung in einer europäischen Verfassung
zusammengefasst werden. Zudem befürwortet Italien eine Anpassung
der Stimmgewichtung im Rat die stärker an den Bevölkerungszahlen
ausgerichtet ist, ebenso wie eine Abkehr vom Prinzip, dass jeder
Mitgliedstaat mindestens ein Kommissionsmitglied stellen darf. In
diesem Sinne stellt die Osterweiterung für Italien eine willkommene
Gelegenheit dar, die europäische Einigung substantiell zu vertiefen.
Bis zur Parlamentswahl 2001 galt der EU- Gründungsstaat Italien
als besonders integrationsfreundlich. Der seit 2001 regierende Ministerpräsident
Silvio Berlusconi setzt jedoch hinsichtlich Italiens Europapolitik
neue Akzente im Sinne einer stärkeren Betonung des zwischenstaatlichen
Ansatzes. Im Regierungskabinett Berlusconis sitzen mindestens ebenso
viele Gegner der europäischen Integration wie Befürworter.
Die Gegner kommen vor allem aus den Reihen der beiden nationalistischen
Regierungsparteien Lega Nord und Forza Italia. Berlusconis Erwartungen
an die EU gehen in Richtung eines Weniger an politischer und sozialer
Einheit und einer Konzentration auf die wirtschaftliche Einigung.
Italiens Bevölkerung gehörte hingegen schon immer zu den
größten Europa- Befürwortern. In der Eurobarometer-Umfrage
vom Frühjahr 2002 bezeichneten 64 Prozent der Italiener ihre
Mitgliedschaft in der EU als gut (EU- 15- Schnitt: 54 Prozent).
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III. Europas Rolle in der Welt
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Auch in der GASP befürwortet Italien die Ausweitung von qualifizierten
Mehrheitsbeschlüssen. Einstimmigkeit sollte nach italienischer
Auffassung nur noch bei den grundsätzlichen strategischen Leitlinien
der GASP und in verteidigungspolitischen Fragen beibehalten werden.
Italien plädiert für die Abschaffung der Vetomöglichkeit,
die es einzelnen Mitgliedstaaten erlaubt, gemeinsame Beschlüsse
in der GASP zu verhindern. Bezüglich der strategischen Leitlinien
(Grundsatzentscheidungen des Europäischen Rates in der GASP)
schlägt Italien zudem vor, dass diese vom Europäischen
Parlament bestätigt werden müssen.
Italien hatte sich in Verhandlungen zum Amsterdamer Vertrag maßgeblich
für die Schaffung eines hohen Vertreters der EU in außenpolitischen
Fragen ("Mr GASP") eingesetzt. Dieser muss zwar den Weisungen
des Rates unterstehen, sollte die Beschlüsse des Rates aber
in eigener Verantwortung umsetzen können und gleichzeitig ein
Bindeglied zwischen Rat und Europäischem Parlament in außenpolitischen
Fragen sein.
Die schrittweise Integration der WEU in die EU wird von Italien
stark befürwortet, um der EU die operativen Instrumente für
die gestiegenen sicherheitspolitischen Anforderungen zu geben. Eine
gemeinsame Verteidigungspolitik dürfe nach italienischer Auffassung
jedoch nicht zu einem Zwang für die Mitgliedstaaten führen,
sich an gemeinsamen militärischen Aktionen zu beteiligen.
Die Integration der WEU in die EU ist unter dem Eindruck der Kosovokrise
auf dem EU-Gipfel von Köln bereits beschlossen worden. Offen
ist jedoch nach wie vor, in welcher Form dies geschieht und inwieweit
sich die neutralen Mitgliedstaaten an der gemeinsamen EU-Sicherheitsarchitektur
beteiligen werden.
Die Regierung Berlusconi wurde unter das Motto Kontinuität
gestellt. Traditionelle Konstanten Italiens sind vor allem die NATO,
aber auch zunehmend eine Partnerschaft mit den USA. Obwohl sich
Italien sehr engagiert an dem Ausbau einer Europäischen Verteidigungspolitik
beteiligt, so kann diese nach italienischer Vorstellung doch nur
in Ergänzung zur NATO existieren. Die Schaffung eines Gegengewichts
zu bestehenden Militärmächten lehnt man in Rom entschieden
ab. Im Irak- Konflikt positionierte sich Italien an der Seite Großbritanniens
und Spaniens für die militärische Entmachtung Saddam Husseins.
Wie auch in den anderen beiden Ländern herrschte hierbei große
Diskrepanz zwischen der Haltung der Regierung und der Einstellung
der Bevölkerung. Die italienische Pace- Flagge wurde zum weltweiten
Symbol der Protestbewegung gegen den Irakkrieg.
Italien ist nicht nur strategischer Partner der USA. Auch Russland
gilt ein besonders Interesse, und Italien setzt sich für eine
verstärkte Zusammenarbeit zwischen EU bzw. NATO und Russland
ein.
Weitere Schwerpunkte italienischer Außenpolitik betreffen
Länder in unmittelbarer Nachbarschaft (Südosteuropa),
ehemals besetzte Gebiete am Horn von Afrika (Eritrea, Äthiopien,
Sudan) und einige Staaten Südamerikas, deren Bevölkerung
zu einem Großteil über italienische Wurzeln verfügt
(Uruguay, Argentinien).
Im Rahmen von NATO- und UN- Einsätzen sind italienische Einsatzkräfte
an internationalen Friedensmissionen weltweit (Albanien, Kosovo,
Bosnien, Indien, Pakistan, Eritrea, Guatemala, Afghanistan) beteiligt.
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IV. Wohlstand und Nachhaltigkeit
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Italiens Wirtschaftsraum ist zweigeteilt: im wirtschaftlich weit
entwickelten Norden gehören die Gebiete zu den reichsten Wirtschaftsregionen
Europas. Wohingegen der Süden auf finanzielle Unterstützung
aus Rom und Brüssel angewiesen ist, obwohl Süditalien
mit seinen Produkten Zitrusfrüchte, Gemüse und Oliven
zu den weltweit größten Produzenten zählt. Die landwirtschaftliche
Produktpalette des Nordens umfasst Kartoffeln, Zuckerrüben,
Mais, Weizen und Milchprodukte. Auch aufgrund besserer Infrastruktur
haben sich vor allem im Norden Industrien wie Automobil-, Maschinenbau-,
Möbel- und Nahrungsmittelindustrie angesiedelt. Der Tourismus
ist in ganz Italien ein bedeutender Wirtschaftszweig (13 Prozent
des BIP). Nachdem Italiens Wirtschaft in den letzten Jahren unterdurchschnittlich
gewachsen ist (2002: 0,4 Prozent), erwartet man für 2003 eine
leichte Besserung (geschätzte 1,3 Prozent).
Zum Zeitpunkt des Beitritts zur Währungsunion erfüllte
Italien noch nicht alle Maastricht-Kriterien. Die Gesamtverschuldung
der öffentlichen Haushalte lag deutlich über den zugelassenen
Wert von 60 Prozent des BIP. Die Italiener akzeptierten daraufhin
eine "Euro- Steuer", die dazu beitragen sollte, dass Italien
bis 1998 die Kriterien erfüllen konnte. Die Teilnahme an der
europäischen Währungsunion wurde auf Anhieb erreicht.
Zu Recht, denn Italien hat große Anstrengungen unternommen,
um die Aufnahmekriterien zu erfüllen. Die Inflationsrate sank
von ehemals 20 Prozent auf unter 2 Prozent. Während das hohe
Staatsdefizit nur langsam abgetragen wird und 2002 immer noch 107
Prozent des BIP betrug, konnte die jährliche Neuverschuldung
auf die geforderten 3 Prozent gesenkt werden.
Das relativ rohstoffarme Italien muss seine Energieträger
zu 85 Prozent importieren. Nach einer Volksbefragung war Italien
1990 aus der Atomenergie ausgestiegen. Allerdings wurde versäumt,
gleichzeitige Sparmaßnahmen anzuordnen und alternative Energiegewinnung
zu fördern (Italien liegt im EU- Vergleich an letzter Stelle
im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien), so dass Italien
unter chronischem Energiemangel leidet. Strom wird großteils
aus Frankreich (15 Prozent) und Osteuropa importiert.
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V. Arbeit, Bildung und Soziales
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Italien
verzeichnete 2002 die niedrigste Geburtenrate EU-weit. Nach Deutschland
wies das Land damit 2002 das niedrigste Bevölkerungswachstum
auf. Ohne Zuwanderung wäre die Bevölkerung Italiens sogar
um 0,3 Prozent zurückgegangen. Angesichts der allgemeinen flauen
Wirtschaftslage, einer Arbeitslosigkeit von 9 Prozent und drohendem
Bevölkerungsrückgang aufgrund geringer Geburtenraten bedarf
das beitragsfinanzierte italienische Sozialsystem einer Reform.
Einige Reformen wurden bereits von der derzeitigen Regierung in
Angriff genommen. Beschäftigungspolitische Maßnahmen
wie die Deregulierung von Arbeitsverhältnissen und Anreize
für Schwarzarbeiter, in die Legalität zurückzukehren
sind schon umgesetzt worden, und es erfolgte eine Festsetzung des
Renteneintrittsalters (Männer: 65; Frauen: 60). Bis vor kurzem
noch war es möglich gewesen, bereits nach 35 Beitragsjahren
in Rente zu gehen. Bei einem Berufseintrittsalter von 17 konnte
der Rentenanspruch demnach bereits mit 52 gestellt werden. Das durchschnittliche
italienische Rentenalter lag daher im Jahr 2001 bei 57 Jahren. Ministerpräsident
Berlusconi drängt auf mehr Reformen des Rentensystems, zögert
jedoch bei der Umsetzung, da seine Regierung 1994 bereits schon
einmal über eine Rentenreform gestürzt war.
Generell gilt für das italienische Sozialsystem, dass die
Familie nach wie vor einen wichtigen Bestandteil der Fürsorge
übernimmt. Sozialfälle, Menschen ohne Ausbildung und Möglichkeiten
werden vom Staat nicht versorgt, können aber auf die Familie
bzw. karitative Einrichtungen zurückgreifen.
Hinsichtlich der Arbeitslosenzahlen herrscht in Italien ein deutliches
regionales Ungleichgewicht. Während im Norden des Landes teilweise
sogar Vollbeschäftigung verzeichnet werden kann, findet sich
im Süden eine Arbeitslosenquote zwischen 20 und 30 Prozent.
Im Zuge der Dezentralisierung Italiens wurden im Bildungsbereich
zusätzliche Kompetenzen auf die Regionen übertragen. Außerdem
konnten einige Reformen umgesetzt werden. Galt bisher die allgemeine
Schulpflicht nur von 6 bis 14, wurde jetzt das Alter auf 15 hoch
gesetzt und weitere Ausbildungsmaßnahmen bis 18 vorgesehen.
Das Bildungsministerium reagierte mit diesen Maßnahmen auch
auf das unterdurchschnittliche Abschneiden Italiens bei der PISA-
Schulstudie.
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