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Einwohner
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3,5 Mio
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Fläche
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65,301 qkm
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Einwohner / qkm
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57
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Hauptstadt
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Vilnius (650.000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Litauisch
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Religion
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80 % Katholiken, Protestanten, orthodoxe Christen
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Urbanisierung
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69 %
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Arbeitslosigkeit
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9,3 % (2003)
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Nationalfeiertag
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16. 2. (Ausrufung der Republik 1918)
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Regierung
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Rolandas Paksas (Staatsoberhaupt)
Algirdas Brazauskas (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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1. Mai 2004
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I. Werte, Identität und Kultur
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ersten baltischen Stämme siedelten sich im 7. 2. Jahrhundert
vor Chr. auf dem Territorium des heutigen Litauens an. Doch erst
1090 findet der Name Litauen erstmals Eingang in die Quedlinburger
Annalen. Um 1250 vereint Fürst Mindaugas die litauischen Stämme
zu einem Staat, um den Eroberungen des Deutschordens gen Osten Einhalt
gebieten zu können. Er lässt sich zudem taufen und vom
römischen Papst zum König krönen- damit ist er der
einzige König in der litauischen Geschichte. Unter Großfürst
Gediminas expandiert Litauen vor allem in die ostslawischen Gebiete.
Er gilt auch als Gründervater der heutigen Hauptstadt Vilnius.
Mit der Herrscherzeit des Großfürsten Jagiellos, nachdem
er sich zum polnischen König krönen ließ, beginnt
eine 400 jährige litauisch polnische Geschichte. Die
größte Blütezeit erlebte Litauen zwischen 1392 und
1430. Das Vordringen des Deutschordens konnte durch die Schlacht
bei Tannenberg endgültig gestoppt werden, durch Unterwerfung
russischer, weißrussischer und ukrainischer Gebiete konnte
die Grenze Litauens bis ans Schwarze Meer verschoben werden. 1569
vereinigt sich das Großherzogtum Litauen mit Polen zur Union
von Lublin und bildet einen litauisch polnischen Staatenbund.
Ab 1654 verwickelt sich Litauen in Kriege mit dem zunehmend stärker
werdenden Russland. 1655 wird Vilnius von zaristischen Streitkräften
erobert. 1795 fällt Litauen, nach der Teilung des Staatenbundes,
endgültig an Russland. Nach anfänglich liberaler Besatzungspolitik
beginnt Zar Nikolaus I mit einer forcierten Russifizierung Litauens.
Die Universität Vilnius wird geschlossen, die katholischen
Klöster aufgelöst und der russisch orthodoxe Glaube
zur Staatsreligion erklärt. 1864 wird die litauische Sprache
mit ihren lateinischen Buchstaben verboten und die sogenannte Graschdanka
eingeführt: litauische Sprach in russischer Schrift. Zur Auflehnung
kommt es erst im Zuge des allgemeinen ost- und mitteleuropäischen
Völkerfrühlings gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Kampf
um den Erhalt der eigenen Kultur ergriff auch Litauen. Das erwachende
Bedürfnis nach unabhängiger Bildung und Information brachte
in Litauen ein einmaliges Phänomen hervor: die Bewegung der
Bücherschmuggler, die sogenannte knygnesys. Litauische Bücher
in lateinischer Schrift wurden vor allem im damaligen Preußen
gedruckt und illegal über die Grenze gebracht. Die Bücher
fanden schnell weite Verbreitung unter der Bevölkerung. Im
Laufe eines Jahrzehnts nahm die Analphabeten rate drastisch ab,
das allgemeine Bildungsniveau wurde angehoben. Die Bewegung bewirkte
eine besondere Infrastruktur, die sogenannte "Schule zu Hause"
mit zahlreichen Lehrern ohne offizielles Hochschuldiplom.
Im Ersten Weltkrieg wird Litauen 1915 von der deutschen Wehrmacht
besetzt. Im Februar 1918 proklamiert der litauische Landesrat die
unabhängige Republik Litauen, 1920 erfolgt die Anerkennung
der internationalen Staatengemeinde. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges
wird Litauen 1940 als 16. Sowjetrepublik in die UDSSR zwangseingegliedert.
40.000 Litauer werden nach Sibirien deportiert. Nach einer dreijährigen
deutschen Besatzerzeit (1941 1944) besetzen Truppen der Roten
Armee erneut Litauen, weitere Deportationen sind die Folge. In der
Zeit von 1940 1953 werden insgesamt 250.000 Litauer deportiert
und verschleppt.
Durch den Paradigmenwechsel in der russischen Politik unter Gorbatschow
bekräftigt, wurde die Forderung nach der Unabhängigkeit
des Landes Ende der 80er Jahre immer lauter. Als erster baltischer
Staat erklärte Litauen sich am 11.3.1990 endgültig für
unabhängig. Moskau weigerte sich zunächst dies anzuerkennen
und reagierte mit einer Wirtschaftsblockade. Im Januar 1991 schneiden
russische Truppen Vilnius von der Außenwelt ab. Im Fernsehturm,
der nun ein historisches Denkmal für die Unabhängigkeit
ist, sterben 14 Zivilisten. Am 12.2.1991 erkennt Island als erstes
Land die litauische Unabhängigkeit an. Nach dem Putsch in Moskau
auch Russland. Im selben Jahr folgt die Aufnahme in die UNO. 1993
wird die eigene Währung eingeführt und Litauen in den
Europarat aufgenommen.
Wie das französische Nationalinstitut für Geografie ermittelt
hat, liegt das geografische Zentrum Europas nur 20km von der litauischen
Hauptstadt Vilnius entfernt. Für den Weg ins politische Zentrum
Europas - nach Brüssel - musste bei der litauischen Bevölkerung
jedoch große Überzeugungsarbeit seitens der Politiker
geleistet werden. An der intensiven Informationskampagne im Vorfeld
des Referendums beteiligten sich alle politisch und gesellschaftlich
relevanten Persönlichkeiten. Auch die litauische Wirtschaft
warb mit verschiedenen Aktionen und speziellen Produkten
z.B. dem Euro Bier für den EU Beitritt.
Selbst die katholische Kirche rief in einem Hirtenbrief die Bürger
auf von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Mit 91% Ja Stimmen
fiel die Volksabstimmung im Mai 2003 dann auch deutlich positiver
aus als zunächst angenommen.
Den größten Stellenwert im kulturellen Leben hat die
Volksdichtung. Besonders die altertümlichen Volkslieder, die
sogenannten sutartines, und Märchen sind Bestandteil litauischer
Volkskultur. Während der Fremdherrschaften Litauens halfen
diese Traditionen die nationale Identität zu bewahren. Die
Sammlung des Instituts für die litauische Sprache und Folklore
umfasst inzwischen mehr als anderthalb Millionen Sagen, Sprichwörter,
Märchen und Legenden- davon rund 600.000 Lieder. Die Litauer
sagen von sich selbst, dass sie lieber singen als sprechen. Besonders
der Chorgesang hat eine lange Tradition: seit 1924 finden alle fünf
Jahre Gesangsfeste statt, an denen Chöre aus allen Teilen des
Landes teilnehmen.
Ebenso traditionsreich, wenn auch nicht so alt, ist Basketball.
In Litauen ist er Nationalsport. Schon in den 30er Jahren wurde
Litauen mehrmalig Europameister. Bei der Europameisterschaft in
Schweden 2003 konnte Litauen abermals den Titel gewinnen.
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II. Politische Strukturen - Europas Verfassung
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Litauen
ist eine parlamentarische Republik mit starken präsidialen
Elementen. Neben repräsentativen Aufgaben verfügt der
direkt vom Volk gewählte Staatspräsident über weitreichende
Befugnisse. Er bestimmt den Kurs der Außen- und Sicherheitspolitik,
ernennt den Premierminister auf eigenen Wusch, alle anderen Minister
auf Vorschlag des Premiers. Darüber hinaus schlägt er
die Richter des Obersten Gerichtshofs vor und ernennt alle anderen
Richter. Zusätzlich kann er die litauische Staatsbürgerschaft
verleihen. Seit dem 5.1.2003 bekleidet dieses Amt Rolandes Paksas.
Mit ihm wird ein politischer und intellektueller Wechsel an der
Spitze Litauens erwartet. Er ist nicht nur eine ganze Generation
jünger als sein Vorgänger, sondern sieht sich auch als
Präsident der kleinen Leute. Während der erzkonservative
Ex Präsident Adamkus die großen staatsmännischen
Gesten bevorzugte, versucht Rolandes sich mit Volksnähe. Sein
oberstes Wahlversprechen ist die Verringerung der sozialen Kluft
zwischen der wohlhabenden Stadt- und der veramten Landbevölkerung.
Wie in den anderen baltischen Republiken ist eines der innenpolitischen
Hauptprobleme die instabilen Regierungskoalitionen. Innerhalb der
letzten acht Jahre wechselte die litauische Regierung zwölf
Mal. Kurz vor den Wahlen kommt es traditionell zu Parteineugründungen
mit prominenten Persönlichkeiten an der Spitze. Seit Juli 2001
hält sich jedoch Premier Algardis Brasaukas im Amt. Seine sozialdemokratische
Koalition gilt als relativ stabil.
Parlamentswahlen finden alle vier Jahre statt. 13 unterschiedliche
Parteien haben bei den letzten Wahlen im Jahr 2000 Sitze erringen
können. Für den Einzug ins Parlament gilt eine 4% Sperrklausel,
jedoch nicht für nationale Minderheiten. Im Gegensatz zu Lettland
und Estland ist die Wahlbeteiligung traditionell sehr niedrig, sie
liegt selten über 50%.
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III. Europas Rolle in der Welt
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Die Hauptziele litauischer Außenpolitik sind weiterhin der
EU und der NATO Beitritt. Für beide Verhandlungsstränge
konnten 2002 entscheidende Fortschritte erzielt werden. Auf dem
EU Gipfel in Kopenhagen 2002 konnten die Verhandlungen über
den litauischen EU Beitritt zu einem erfolgreichen Abschluss
gebracht werden. Der Beitritt soll im Mai 2004 vollzogen sein. Für
dieses Jahr wird ebenso der NATO Beitritt erwartet. Litauen
arbeitet bis jetzt erfolgreich an dem 1999 in Washington beschlossenen
"Membership Action Plan" (MAP) mit. Dieser umfasst vor
allem eine umfangreiche Reform der Streitkräfte.
Ein wichtiger Partner im militärischen Bereich ist Polen.
Die bestehende strategische Partnerschaft wurde für den eigenen
NATO Beitritt genutzt. Zur Intensivierung der Zusammenarbeit
wurde 1999 ein gemeinsames Bataillon für Friedensmissionen
ausgehoben.
Die Beziehungen zur Russischen Föderation sind vor allem im
wirtschaftlichen Bereich sehr konstruktiv. Die zu Weißrussland
gestalten sich allerdings schwierig. Vor allem offene Grenzfragen
belasten das Verhältnis. Die von Litauen dringend geforderte
Demarkierung der Grenze kommt in Weißrussland kaum voran.
Ebenso verweigert Weißrussland die Unterzeichnung eines Rücknahmeabkommens.
Die Zusammenarbeit mit den baltischen Nachbarn wird erfolgreich
im Baltischen Rat koordiniert.
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IV. Wohlstand und Nachhaltigkeit
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Nach
einem Wachstumseinbruch im Zuge der Russlandkrise 1998 ist wieder
ein Anstieg des Bruttosozialprodukts zu verzeichnen. Im Jahr 2002
betrug die Wachstumsrate 6,7%. Zurückzuführen ist diese
Entwicklung auf den starken Exportanstieg. Hauptexportgüter
sind Mineralprodukte, Chemikalien und Textilien. Der größte
Exportabnehmer mit einem Anteil von 13, 5% ist Großbritannien.
Eine effektive Senkung des Haushaltsdefizit und des Leistungsbilanzdefizits
sowie eine niedrige und stabile Inflation (von 8,8% 1997 auf -1,4%
2002) sind die größten Erfolge der litauischen Wirtschaftspolitik.
Wichtige Schritte wurden auch bei den Strukturreformen unternommen.
Die Privatisierung auf dem Energiesektor ist fast abgeschlossen,
die Privatisierung der letzten staatlichen Bank steht kurz vor dem
Abschluss. Die Landwirtschaft ist mit knapp 8% am Bruttoinlandsprodukt
beteiligt, 31% entfallen auf den Industriesektor, der Dienstleistungssektor
erwirtschaftet 61%.
Die Litauer sagen scherzhaft, dass der einzige Bodenschatz ihres
Landes die Kartoffeln sind. Neben Torf, Kies, Quarz, Kalk und Bernstein
verfügt Litauen über keine nennenswerten Bodenschätze.
Daher ist Litauen vor allem von den Importen von Energierohstoffen
abhängig, der wichtigste Handelspartner ist dabei Russland.
Während der Sowjetzeit spielte der Umweltschutz in Litauen
eine untergeordnete Rolle. Durch jahrzehntelange, unkontrollierte
Schadstoffeinleitungen zählt der Nemunas, der größte
Strom Litauens, zu den am stärksten verschmutzten Flüssen
in Europa. Im Zuge des Assoziierungsabkommens 1998 entwickelte die
litauische Regierung eine Harmonisierungsstrategie für den
Umweltschutzbereich. Eine Kommission wurde eingesetzt, die sich
mit der Einbeziehung der Umweltbelange in andere Sektoren befasst.
Vor allem im Bereich der industriellen Umweltbelastung konnten so
große Fortschritte erzielt werden. Größter Streitpunkt
ist jedoch weiterhin das Atomkraftwerk Ignalia. Im Zuge der Beitrittsverhandlungen
forderte die EU den veralteten Meiler mit den zwei Reaktoren vom
gleichen Typ Tschernobyls bis 2009 abzuschalten. Trotz zugesicherter
Übernahme der Abbruchkosten seitens der EU weigerte sich die
litauische Regierung lange gegen die Schließung. Sie befürchtete
Energieversorgungsengpässe - knapp 80% der benötigten
Energie werden dort gewonnen und den Verlust tausender Arbeitsplätze.
2005 soll nun der erste Reaktor vom Netz gehen.
Von den EU Ausgleichszahlungen soll an selber Stelle ein
modernes Heizkraftwerk entstehen. Bis dahin wird Ignalia von der
internationalen Atomenergiebehörde überwacht. Da Litauen
von über 29.000 Flüssen durchzogen ist und die Seenlandschaft
einen Anteil von 1,5% an der Gesamtfläche hat, ist für
die Zukunft eine intensivere Nutzung der Wasserkraft für die
Energiegewinnung geplant. Bisher beträgt der Anteil lediglich
7%.
Was den Landschaftsschutz betrifft zeigt sich Litauen vorbildlich:
mit einem Anteil von 11% an der Gesamtfläche verfügt es
über den höchsten Anteil an geschützter Landschaft
im gesamten Baltikum. Ein besonderes Naturphänomen Litauens
ist die Kurische Nehrung: Vor 5000 Jahren entstanden, gilt die 50
km lange Halbinsel als Litauens "kleine Sahara". Mit einer
Höhe von über 60m befinden sich dort die höchsten
Sanddünen Europas. Darüber hinaus ist dort ein einmalige
Tier- und Pflanzenwelt entstanden. Vor allem Vögel finden dort
ungestörte Nist- und Brutplätze. Im Jahre 2000 wurde der
heutige Nationalpark von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
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V. Arbeit, Bildung und Soziales
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Trotz
der positiven volkswirtschaftlichen Entwicklung bleibt das größte
Problem die hohe Arbeitslosigkeit. Seit der Unabhängigkeit
ist diese kontinuierlich angestiegen. Nach Eurostat Angaben
lag die Arbeitslosenrate 2002 bei 13,1%. Doch gibt es auch hier
ein starkes Gefälle zwischen den Regionen. In der südlitauischen
Stadt Druskininkai liegt die Rate bei über 20%, in der Hauptstadt
Vilnius bei 6%. Besonders schlecht ist die soziale Lage der Landbevölkerung.
Das durchschnittliche Monatsgehalt lag 2002 bei 332 Euro, der Mindestlohn
bei 125 Euro. Die bisher unternommenen Maßnahmen, wie z.B.
das Einrichten eines Jugendarbeitszentrums in Vilnius, zeigten bisher
kaum Erfolge. Auch der Umbau des sozialen Systems verläuft
schleppend.
Besonders im Bereich des Gesundheitsschutzes und des Arbeitsrechtes
müssen laut EU Kommission weitere Fortschritte erzielt
werden.
In Anbetracht der oft aussichtslos erscheinenden sozialen Lage und
fehlenden Perspektive wandern viele, vor allem Jugendliche, ins
Ausland ab. Seit der Unabhängigkeit stieg außerdem die
Selbstmordrate um 70% an. Auf 100.000 Einwohner kommen mittlerweile
46 Selbstmorde- damit hat Litauen weltweit die höchste Selbsttötungsrate.
Um vor allem der jugendlichen Bevölkerung mehr Perspektiven
im eigenen Land zu bieten, leitete die litauische Regierung im Februar
2002 eine umfassende Reform ihres Bildungswesens ein. Insgesamt
43 Mio. Euro, davon 29 Mio. Euro der Weltbank, werden dafür
zur Verfügung gestellt.
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