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Einwohner
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440.000 (EU15: 371 Mio.)
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Fläche
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2.586 qkm (EU15: 3,2 Mio. qkm)
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Einwohner / qkm
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171
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Hauptstadt
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Luxemburg (Letzebuerg, 76.700 Einwohner)
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Amtssprachen
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Letzeburgisch, Französisch, Deutsch
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Religion
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Katholiken (95 %), Protestanten
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Urbanisierung
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91 %
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Arbeitslosigkeit
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2,9 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Monarchie (Großherzogtum)
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Regierung
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Großherzog Henri (Staatsoberhaupt)
Jean Claude Juncker (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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Gründungsmitglied
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I. Werte, Identität und Kultur
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Das
kleine Luxemburg hatte es seit 1815 geschafft, seine Unabhängigkeit
zu bewahren. Ermöglicht wurde dies durch wirtschaftliche und
politische Bündnisse. Nachdem die Luxemburger bereits zu Beginn
des 20. Jahrhunderts eine Wirtschafts- und Währungsunion mit
Belgien begründet hatten, war der Schritt zur europäischen
Integration nicht mehr weit und löste bei den Luxemburgern
keinerlei Bedenken hinsichtlich eines möglichen Verlustes ihrer
nationalen Identität in dem großen Staatenverbund aus.
Als eine der EU "Hauptstädte" ist Luxemburg
ein Schmelztiegel der Nationen. Luxemburg verfügt über
den höchsten Ausländeranteil EU- weit. 37% der Bewohner
Luxemburgs haben ihre Wurzeln in einem anderen Land. In der Hauptstadt
selbst sind es gar 50%! Zusätzlich zu den "ausländischen
Bewohnern" Luxemburgs gibt es noch die so genannten Grenzgänger.
Insgesamt sind 60% der in Luxemburg Beschäftigten ausländische
Arbeitskräfte. Gibt es also überhaupt "den Luxemburger"?
Vielleicht sind die Luxemburger gerade deshalb so europafreundlich,
weil sich mit den vielen Mitbürgern aus anderen Ländern
gar kein überzogenes Nationalbewusstsein entwickeln konnte
wie in anderen Staaten. Immerhin betrachten sich 20% der Luxemburger
laut einer Eurobarometer- Umfrage als Europäer (EU- 15- Schnitt:
4%!), genauso viele, wie sich ausschließlich mit dem Nationalstaat
identifizieren. Die übrigen Befragten bezeichnen sich als Luxemburger
und Europäer.
Mit seiner internationalen Ausrichtung ist Luxemburg neben Brüssel
und Straßburg als dritte Hauptstadt Europas gut gewählt.
Die Stadt Luxemburg ist Sitz zahlreicher EU-Einrichtungen: Sekretariat
des Europäischen Parlaments, einige Dienststellen der Kommission
der EU, Europäischer Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof
und Europäische Investitionsbank
Auch wenn Luxemburg infolge einer Erweiterung der EU keine großen
wirtschaftlichen Gewinne zu erwarten hat, macht sich das Land für
die Mittel- und Osteuropäischen Staaten stark. Vor allem Rumänien
liegt im Zentrum des Interesses. Noch heute leben dort Nachkommen
luxemburgischer Auswanderer aus dem 12. und 13. Jahrhundert
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II. Politische Strukturen - Europas Verfassung
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Luxemburg ist eine konstitutionelle Erbmonarchie mit einem parlamentarisch-demokratischem
Regierungssystem. Staatsoberhaupt ist der Groß-Herzog Henri.
Er beruft als Exekutivorgan die Regierung unter der Leitung des
Staatsministers. Legislative ist die Abgeordnetenkammer mit 60 Mitgliedern.
Als beratendes Organ fungiert der aus 21 Mitgliedern bestehende
Staatsrat. Die Stadt Luxemburg ist zudem Sitz zahlreicher EU-Einrichtungen:
Sekretariat des Europäischen Parlaments, einige Dienststellen
der Kommission der EU, Europäischer Gerichtshof, Europäischer
Rechnungshof und Europäische Investitionsbank.
Das Großherzogtum Luxemburg ist bereits seit 1815 ein unabhängiger
Staat mitten im Herzen Europas und trotzdem vielen Europäern
unbekannt. Vor allem hat dies wohl mit der Größe von
Luxemburg zu tun: es ist das kleinste Land 82km lang und
57 km breit - der EU und hat die geringste Einwohnerzahl der EU.
Dennoch ist der EG- Gründungsstaat für die Europäische
Integration von großer Bedeutung: das Land gilt als ein Mitgliedstaat,
der die Integration verteidigt und vorantreibt. Dabei scheint es
ein Zuviel Europa für den Luxemburger nicht zu geben. Wie andere
kleine Mitgliedstaaten auch setzt sich Luxemburg für die Stärkung
der Europäischen Organe Kommission und Parlament gegenüber
dem in erster Linie nationalstaatlich orientierten Europäischen
Rat ein. Einer Europäischen Verfassung so wie der Integration
der Grundrechtecharta mit einklagbaren Rechten für den EU-
Mitbürger in den EU- Vertrag steht Luxemburg positiv gegenüber.
Um allen seinen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, hat Luxemburg
bisher auf die Zusammenarbeit mit Belgien und den Niederlanden im
Rahmen des Benelux- Rates gesetzt. Im Vorfeld zu Ratstreffen der
europäischen Staatsoberhäupter besprechen sich die drei
kleinen Mitgliedstaaten und legen ein gemeinsames Vorgehen fest.
Auf diese Weise gelingt es auch den ganz Kleinen wie Luxemburg,
Einfluss auszuüben.
Obwohl Luxemburg auch nach der Erweiterung im nächsten Jahr
über die kleinste Bevölkerung und die kleinste Fläche
EU- weit verfügt, wird es im Hinblick auf Stimmen im Rat und
Parlamentsabgeordnete nicht länger das "unwichtigste"
EU- Land sein. Auf dem Rat in Nizza 2000 konnte Luxemburg einen
wichtigen Erfolg verbuchen: es wird eine Stimme und einen Abgeordneten
mehr haben als das gleich große Malta. Begründet wurde
diese Entscheidung damit, dass Luxemburg zum heutigen Zeitpunkt
bereits sehr viel mehr in die Europäische Union investiert
habe als das neue Mitgliedsland Malta.
Obwohl Luxemburg über keine gemeinsame Grenze mit den Beitrittskandidatenstaaten
verfügt und daher laut Prognose wirtschaftlich und strukturell
kaum von einer Erweiterung profitieren wird, versteht man in Luxemburg
die Erweiterung als notwendige friedenspolitische Maßnahme.
Da Luxemburg bereits heute zu den Nettozahlern in der EU gehört,
muss man sich dort auch nicht um die sich verändernden Finanzströme
nach einer Erweiterung um durchschnittlich sehr arme Staaten sorgen.
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III. Europas Rolle in der Welt
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Nach dem Londoner Vertrag von 1867 sollte Luxemburg neutral wie
auch unbewaffnet sein. Die schlechten Erfahrungen während beider
Weltkriege führten jedoch 1948 zur Aufgabe dieses Status. Die
luxemburgischen Streitkräfte sind seitdem in die NATO integriert
und im Rahmen ihres verfassungsmäßigen Auftrages gut
organisiert und ausgebildet. Im Rahmen von UN-, NATO- und EU- Einsätzen
beteiligt sich das Land heute an internationalen Friedensmissionen
(Kosovo, Mazedonien).
Erwähnenswert ist Luxemburgs anerkannter Beitrag zur humanitären
Hilfe und Entwicklungsarbeit. Die von den Vereinten Nationen und
der OECD empfohlenen 0,7% des BIP wurde 2003 mit 0,8% bereits überschritten.
Eine weitere Anhebung auf 1% ist bis Ende 2005% anvisiert.
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IV. Wohlstand und Nachhaltigkeit
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Das luxemburgische Pro kopf Einkommen ist mit 45.380 Euro
das höchste in Europa und das dritthöchste der Welt.
Bereits vor Gründung der EG/ EU bestanden spezielle kulturelle
und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Luxemburg und Belgien.
Im Jahr 1922 verzichtete Luxemburg sogar auf seine monetäre
Souveränität und verband sich in einer Wirtschafts- und
Währungsunion mit Belgien (Währung: Belgischer Franc).
Die Einführung des Euro gestaltete sich unkompliziert in diesem
Land, das zuvor keine nationale Bindung an eine eigene Währung
erlebt hatte.
Aufgrund reicher Eisenerzvorkommen war Luxemburgs Wirtschaft lange
Zeit durch Eisen- und Stahlindustrie geprägt gewesen. Noch
heute befindet sich der weltgrößte Eisen- und Stahlkonzern
in Luxemburg, doch mittlerweile hat die Wirtschaft einen Wandel
hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft vollzogen.
Der wirtschaftliche Wohlstand Luxemburgs beruht heute zum Großteil
auf dem ausgeprägten Finanzsektor, woran das luxemburger Bankgeheimnis
nicht unbeteiligt sein dürfte. Aus diesem Grund war Luxemburg
nicht einverstanden, als Großbritannien auf EU- Ebene die
Abschaffung des Bankgeheimnisses mit gegenseitigem Austausch der
Finanzbehörden forderte. Mit einer solchen Regelung wäre
Luxemburgs Standortvorteil auf diesem Gebiet verloren.
Chemie- und Kunststoffindustrie, so wie Maschinen- und Fahrzeugbau
sind wichtige luxemburgische Industriezweige. Das wohl bekannteste
Produkt ist der Autoreifen von Goodyear.
Die Landwirtschaft produziert überwiegend Milcherzeugnisse
und Rindfleisch und ist lediglich mit 0,7% an der Wertschöpfung
des BIP beteiligt.
Abgesehen von Eisenerz ist Luxemburg arm an Rohstoffen und muss
vor allem seine Energieträger Erdöl, Erdgas und Kohle
importieren. Das Land hat von Anfang an auf die Herstellung von
Atomstrom verzichtet. Unter den erneuerbaren Energien spielen vor
allem Windkraft und Solarenergie eine bedeutende Rolle.
Ein zunehmender Wachstumsmarkt ist die Filmindustrie und Medienwirtschaft.
Das sogenannte Tax Shelter Gesetz von 1989 sichert ausländischen
Produktionen günstigste finanzielle Bedingungen. So entstehen
immer mehr europäische Filme sowie Hollywoodstreifen auf luxemburgischen
Boden.
Luxemburg ist auch Sitz der Gesellschaft europäischer Satelliten
(SES). Das von ihr betriebene Astra System hält mit
400 Fernseh- und 300 Radioprogrammen einen 80% Marktanteil in Europa.
Durch die Fusion mit dem chinesischen Satellitenbetreiber AsiaSat
erreicht das System mittlerweile 74% der Weltbevölkerung auf
drei Kontinenten. Nach der Fusion mit der Bertelsmann Tochter UFA
Mitte der 90er Jahre ist die luxemburger Fernsehgesellschaft CLT
größter TV Konzerns Europas.
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V. Arbeit, Bildung und Soziales
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Wie die meisten anderen EU- Länder auch verzeichnete Luxemburg
in den letzten Jahren einen starken Geburtenrückgang. Deshalb
ist das Land auf Zuwanderung angewiesen, die bereits jetzt aktiv
gefördert wird. Dank einer zuwanderungsfreundlichen Politik
hatte Luxemburg in den vergangenen 10 Jahren den größten
Bevölkerungszuwachs europaweit zu verzeichnen.
Das Lohnniveau in Luxemburg zählt zu den höchsten in Europa.
Lohnauseinandersetzungen sind selten, da die Gewerkschaften mit
der Regierung und den Arbeitgebern zusammen an der Gestaltung der
Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik arbeiten.
Bei aktuellen Umfragen äußern sich die Luxemburger besorgt
über die wachsende Arbeitslosigkeit im Land. Während 1999
nur 2,9% arbeitslos waren, sind es heute schon 4,0%, für viele
europäische Staaten immer noch ein Traumergebnis.
Aus der Angst heraus, Europa könnte sich in eine "gehobene
Freihandelszone" zurückentwickeln, tritt Luxemburgs Regierung
entschieden für den Ausbau der sozialen Dimension der EU ein.
Obwohl Luxemburg 11,3% des Staatshaushaltes in Bildung investiert,
schnitt Luxemburg bei der Lernstudie PISA von allen EU- Mitgliedstaaten
und Beitrittskandidaten am schlechtesten ab. Von 32 getesteten Nationen
nahm Luxemburg zweimal den 30. und einmal den 31. Platz ein. Muss
man es da als Ironie betrachten, dass ausgerechnet dieses Land die
EU- Kommissarin für Bildung und Kultur (Viviane Reding) stellt?
Laut einer Eurobarometer- Umfrage betrachten 22% der Luxemburger
ihr Bildungssystem als Thema mit Priorität (EU- 15- Durchschnitt:
7%).
Erst 2002 hatte Luxemburg die Errichtung einer Universität
beschlossen. Wenn sie nicht die Fachhochschule besuchen wollen,
müssen Luxemburger bis heute zum Studieren in andere Länder
ausweichen.
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