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Luxemburg
Letzeburg, Luxembourg
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Einwohner
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440.000
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Fläche
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2.586 qkm
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Einwohner / qkm
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171
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Hauptstadt
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Luxemburg
(76.700 Einwohner)
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Amtssprachen
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Letzeburgisch, Französisch, Deutsch
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Religion
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Katholiken (95 %), Protestanten
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Urbanisierung
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91 %
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Arbeitslosigkeit
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2,9 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Monarchie
(Großherzogtum)
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Nationalfeiertag
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23. Juni
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Regierung
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Großherzog Henri (Staatsoberhaupt)
Jean Claude Juncker (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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Gründungsmitglied
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Das
kleine Luxemburg hatte es seit 1815 geschafft, seine Unabhängigkeit
zu bewahren. Ermöglicht wurde dies durch wirtschaftliche
und politische Bündnisse. Nachdem die Luxemburger bereits
zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Wirtschafts- und Währungsunion
mit Belgien begründet hatten, war der Schritt zur europäischen
Integration nicht mehr weit und löste bei den Luxemburgern
keinerlei Bedenken hinsichtlich eines möglichen Verlustes
ihrer nationalen Identität in dem großen Staatenverbund
aus.
Als eine der EU "Hauptstädte" ist Luxemburg
ein Schmelztiegel der Nationen. Luxemburg verfügt über
den höchsten Ausländeranteil EU-weit. 37% der Bewohner
Luxemburgs haben ihre Wurzeln in einem anderen Land. In der
Hauptstadt selbst sind es gar 50%! Zusätzlich zu den
"ausländischen Bewohnern" Luxemburgs gibt es
noch die so genannten Grenzgänger. Insgesamt sind 60%
der in Luxemburg Beschäftigten ausländische Arbeitskräfte.
Gibt es also überhaupt "den Luxemburger"? Vielleicht
sind die Luxemburger gerade deshalb so europafreundlich, weil
sich mit den vielen Mitbürgern aus anderen Ländern
gar kein überzogenes Nationalbewusstsein entwickeln konnte
wie in anderen Staaten. Immerhin betrachten sich 20% der Luxemburger
laut einer Eurobarometer- Umfrage als Europäer (EU- 15-
Schnitt: 4%!), genauso viele, wie sich ausschließlich
mit dem Nationalstaat identifizieren. Die übrigen Befragten
bezeichnen sich als Luxemburger und Europäer.
Mit seiner internationalen Ausrichtung ist Luxemburg neben
Brüssel und Straßburg als dritte Hauptstadt Europas
gut gewählt. Die Stadt Luxemburg ist Sitz zahlreicher
EU-Einrichtungen: Sekretariat des Europäischen Parlaments,
einige Dienststellen der Kommission der EU, Europäischer
Gerichtshof, Europäischer Rechnungshof und Europäische
Investitionsbank.
Auch wenn Luxemburg infolge einer Erweiterung der EU keine
großen wirtschaftlichen Gewinne zu erwarten hat, macht
sich das Land für die Mittel- und Osteuropäischen
Staaten stark. Vor allem Rumänien liegt im Zentrum des
Interesses. Noch heute leben dort Nachkommen luxemburgischer
Auswanderer aus dem 12. und 13. Jahrhundert
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Luxemburg ist eine konstitutionelle Erbmonarchie mit einem
parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem. Staatsoberhaupt
ist der Großherzog Henri. Er beruft als Exekutivorgan
die Regierung unter der Leitung des Staatsministers. Legislative
ist die Abgeordnetenkammer mit 60 Mitgliedern. Als beratendes
Organ fungiert der aus 21 Mitgliedern bestehende Staatsrat.
Das Großherzogtum Luxemburg ist bereits seit 1815 ein
unabhängiger Staat mitten im Herzen Europas und trotzdem
vielen Europäern unbekannt. Vor allem hat dies wohl mit
der Größe von Luxemburg zu tun: es ist das kleinste
Land 82km lang und 57 km breit - der EU und hat die
geringste Einwohnerzahl der EU. Dennoch ist der EG- Gründungsstaat
für die Europäische Integration von großer
Bedeutung: das Land gilt als ein Mitgliedstaat, der die Integration
verteidigt und vorantreibt. Dabei scheint es ein Zuviel Europa
für den Luxemburger nicht zu geben. Wie andere kleine
Mitgliedstaaten auch setzt sich Luxemburg für die Stärkung
der Europäischen Organe Kommission und Parlament gegenüber
dem in erster Linie nationalstaatlich orientierten Europäischen
Rat ein. Einer Europäischen Verfassung sowie der Integration
der Grundrechtecharta mit einklagbaren Rechten für den
EU- Mitbürger in den EU- Vertrag steht Luxemburg positiv
gegenüber.
Um allen seinen Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, hat
Luxemburg bisher auf die Zusammenarbeit mit Belgien und den
Niederlanden im Rahmen des Benelux- Rates gesetzt. Im Vorfeld
zu Ratstreffen der europäischen Staatsoberhäupter
besprechen sich die drei kleinen Mitgliedstaaten und legen
ein gemeinsames Vorgehen fest. Auf diese Weise gelingt es
auch den ganz "Kleinen" wie Luxemburg, Einfluss
auszuüben.
Obwohl Luxemburg auch nach der Erweiterung im nächsten
Jahr über die kleinste Bevölkerung und die kleinste
Fläche EU- weit verfügt, wird es im Hinblick auf
Stimmen im Rat und Parlamentsabgeordnete nicht länger
das "unwichtigste" EU- Land sein. Auf dem Rat in
Nizza 2000 konnte Luxemburg einen wichtigen Erfolg verbuchen:
es wird eine Stimme und einen Abgeordneten mehr haben als
das gleich große Malta. Begründet wurde diese Entscheidung
damit, dass Luxemburg zum heutigen Zeitpunkt bereits sehr
viel mehr in die Europäische Union investiert habe als
das neue Mitgliedsland Malta.
Obwohl Luxemburg über keine gemeinsame Grenze mit den
Beitrittskandidatenstaaten verfügt und daher laut Prognose
wirtschaftlich und strukturell kaum von einer Erweiterung
profitieren wird, versteht man in Luxemburg die Erweiterung
als notwendige friedenspolitische Maßnahme. Da Luxemburg
bereits heute zu den Nettozahlern in der EU gehört, muss
man sich dort auch nicht um die sich verändernden Finanzströme
nach einer Erweiterung um durchschnittlich sehr arme Staaten
sorgen.
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Das luxemburgische Pro-KopfEinkommen ist mit 45.380
Euro das höchste in Europa und das dritthöchste
der Welt.
Bereits vor Gründung der EG/ EU bestanden spezielle
kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen zwischen Luxemburg
und Belgien. Im Jahr 1922 verzichtete Luxemburg sogar auf
seine monetäre Souveränität und verband sich
in einer Wirtschafts- und Währungsunion mit Belgien (Währung:
Belgischer Franc). Die Einführung des Euro gestaltete
sich unkompliziert in diesem Land, das zuvor keine nationale
Bindung an eine eigene Währung erlebt hatte.
Aufgrund reicher Eisenerzvorkommen war Luxemburgs Wirtschaft
lange Zeit durch Eisen- und Stahlindustrie geprägt gewesen.
Noch heute befindet sich der weltgrößte Eisen-
und Stahlkonzern in Luxemburg, doch mittlerweile hat die Wirtschaft
einen Wandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft vollzogen.
Der wirtschaftliche Wohlstand Luxemburgs beruht heute zum
Großteil auf dem ausgeprägten Finanzsektor, woran
das luxemburger Bankgeheimnis nicht unbeteiligt sein dürfte.
Aus diesem Grund war Luxemburg nicht einverstanden, als Großbritannien
auf EU- Ebene die Abschaffung des Bankgeheimnisses mit gegenseitigem
Austausch der Finanzbehörden forderte. Mit einer solchen
Regelung wäre Luxemburgs Standortvorteil auf diesem Gebiet
verloren.
Chemie- und Kunststoffindustrie, sowie Maschinen- und Fahrzeugbau
sind wichtige luxemburgische Industriezweige. Das wohl bekannteste
Produkt ist der Autoreifen von Goodyear.
Die Landwirtschaft produziert überwiegend Milcherzeugnisse
und Rindfleisch und ist lediglich mit 0,7% an der Wertschöpfung
des BIP beteiligt.
Abgesehen von Eisenerz ist Luxemburg arm an Rohstoffen und
muss vor allem seine Energieträger Erdöl, Erdgas
und Kohle importieren. Das Land hat von Anfang an auf die
Herstellung von Atomstrom verzichtet. Unter den erneuerbaren
Energien spielen vor allem Windkraft und Solarenergie eine
bedeutende Rolle.
Ein zunehmender Wachstumsmarkt ist die Filmindustrie und
Medienwirtschaft. Das sogenannte "Tax Shelter"-Gesetz
von 1989 sichert ausländischen Produktionen günstigste
finanzielle Bedingungen. So entstehen immer mehr europäische
Filme sowie Hollywoodstreifen auf luxemburgischen Boden.
Luxemburg ist auch Sitz der Gesellschaft europäischer
Satelliten (SES). Das von ihr betriebene Astra System
hält mit 400 Fernseh- und 300 Radioprogrammen einen 80%
Marktanteil in Europa. Durch die Fusion mit dem chinesischen
Satellitenbetreiber AsiaSat erreicht das System mittlerweile
74% der Weltbevölkerung auf drei Kontinenten. Nach der
Fusion mit der Bertelsmann Tochter UFA Mitte der 90er Jahre
ist die luxemburger Fernsehgesellschaft CLT größter
TV Konzerns Europas.
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Wie die meisten anderen EU- Länder auch verzeichnete
Luxemburg in den letzten Jahren einen starken Geburtenrückgang.
Deshalb ist das Land auf Zuwanderung angewiesen, die bereits
jetzt aktiv gefördert wird. Dank einer zuwanderungsfreundlichen
Politik hatte Luxemburg in den vergangenen 10 Jahren den größten
Bevölkerungszuwachs europaweit zu verzeichnen.
Das Lohnniveau in Luxemburg zählt zu den höchsten
in Europa. Lohnauseinandersetzungen sind selten, da die Gewerkschaften
mit der Regierung und den Arbeitgebern zusammen an der Gestaltung
der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik arbeiten.
Bei aktuellen Umfragen äußern sich die Luxemburger
besorgt über die wachsende Arbeitslosigkeit im Land.
Während 1999 nur 2,9% arbeitslos waren, sind es heute
schon 4,0%, für viele europäische Staaten immer
noch ein Traumergebnis.
Aus der Angst heraus, Europa könnte sich in eine "gehobene
Freihandelszone" zurückentwickeln, tritt Luxemburgs
Regierung entschieden für den Ausbau der sozialen Dimension
der EU ein.
Obwohl Luxemburg 11,3% des Staatshaushaltes in Bildung investiert,
schnitt Luxemburg bei der Lernstudie PISA von allen EU- Mitgliedstaaten
und Beitrittskandidaten am schlechtesten ab. Von 32 getesteten
Nationen nahm Luxemburg zweimal den 30. und einmal den 31.
Platz ein. Muss man es da als Ironie betrachten, dass ausgerechnet
dieses Land die EU- Kommissarin für Bildung und Kultur
(Viviane Reding) stellt? Laut einer Eurobarometer- Umfrage
betrachten 22% der Luxemburger ihr Bildungssystem als Thema
mit Priorität (EU- 15- Durchschnitt: 7%).
Erst 2002 hatte Luxemburg die Errichtung einer Universität
beschlossen. Wenn sie nicht die Fachhochschule besuchen wollen,
müssen Luxemburger bis heute zum Studieren in andere
Länder ausweichen.
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Nach dem Londoner Vertrag von 1867 sollte Luxemburg neutral
wie auch unbewaffnet sein. Die schlechten Erfahrungen während
beider Weltkriege führten jedoch 1948 zur Aufgabe dieses
Status. Die luxemburgischen Streitkräfte sind seitdem
in die NATO integriert und im Rahmen ihres verfassungsmäßigen
Auftrages gut organisiert und ausgebildet. Im Rahmen von UN-,
NATO- und EU- Einsätzen beteiligt sich das Land heute
an internationalen Friedensmissionen (Kosovo, Mazedonien).
Erwähnenswert ist Luxemburgs anerkannter Beitrag zur
humanitären Hilfe und Entwicklungsarbeit. Die von den
Vereinten Nationen und der OECD empfohlenen 0,7% des BIP wurde
2003 mit 0,8% bereits überschritten. Eine weitere Anhebung
auf 1% ist bis Ende 2005% anvisiert.
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