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Rumänien
Romania
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Einwohner
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22,41 Mio
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Fläche
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238,391 qkm
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Einwohner / qkm
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94
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Hauptstadt
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Bukarest (1.922.000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Rumänisch
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Religion
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86,7 % Rumänisch-Orthodoxe, 4,7 % Katholiken,
3,2 % Reformierte, 1,5 % Pfingstler, 0,9 % Griechisch-Orthodoxe,
0,6 % Baptisten, 0,3 % Muslime, 14.000 Juden
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Urbanisierung
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55 %
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Arbeitslosigkeit
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8,3 %
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Nationalfeiertag
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1. 12.
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Regierung
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Ion Iliescu (Staatsoberhaupt)
Adrian Nastase (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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voraussichtlich 2007
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Die
Rumänen fühlen sich traditionell zu Europa gehörig.
50 Prozent der Bevölkerung bezeichnen sich als Rumänen
und Europäer. Das Land war mehrere Jahrhunderte wechselnden
Herrschaften unterworfen. Österreicher, Ungarn, Russen
und Osmanen trugen auf rumänischem Boden ihre Interessenskämpfe
aus. Erst nachdem sich 1862 die Fürstentümer Walachei
und Moldau vereinigt hatten, wurde 1878 das Königreich
Rumänien international anerkannt. Das rumänische
Königshaus jedoch hielt sich nicht lange an der Macht.
1947 wurde die Volksrepublik Rumänien gegründet
und der König abgesetzt. Anders als in anderen europäischen
Staaten konnte das Königshaus Rumäniens nie als
Identifikationsstifter fungieren.
Während des Kalten Krieges versuchte die kommunistische
Staatsführung Rumäniens einen Kurs der relativen
Unabhängigkeit von dem Ostblock und der Sowjetunion zu
führen. Diese Isolation von Moskau und die frühe
"Kontaktaufnahme" in Richtung EG (1974 wurde das
erste Handelsabkommen unterzeichnet) waren möglicherweise
ein Grund dafür, dass die Bevölkerung nach Öffnung
der Mauer nicht so begeistert nach Veränderungen strebte
und sogar einen ehemaligen Parteikollegen des damaligen Diktators
zum Staatspräsidenten gewählt hat.
Das rumänische Staatsgebiet hat im Laufe des 20. Jahrhunderts
einige Veränderungen durchgemacht. Nachdem Landesteile
wie Siebenbürgen und Bessarabien nach dem 1. Weltkrieg
zum Territorium hinzugekommen waren, fielen im Laufe des 2.
Weltkrieges große Teile an andere Staaten, vor allem
die Sowjetunion, zurück. Nach 1989 hatte man in Rumänien
den Rückerhalt bestimmter Gebiete gefordert, Teile der
heutigen Ukraine und die Republik Moldawien, die mehrheitlich
von Rumänen bewohnt sind. Ursprüngliche Pläne
der Wiedervereinigung mit Rumänien gab Moldawien jedoch
bald auf und ergriff die Möglichkeit zur Unabhängigkeit.
Rechtsnationale rumänische Parteien betonen jedoch heute
noch die Zugehörigkeit der ehemaligen Gebiete zum "rumänischen
Großreich".
87% der rumänischen Bevölkerung gehören der
orthodoxen Kirche an, die einen großen gesellschaftlichen
und politischen Einfluss ausübt. Die Kirche konnte jedoch
nicht verhindern, dass seit 2001 Homosexualität in Rumänien
nicht mehr unter Strafe gestellt wird. Auch die Regelungen
zum Schwangerschaftsabbruch sind liberal und überlassen
allein der Frau die Entscheidung.
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Der Niedergang des bisherigen kommunistischen Systems 1989
verlief in Rumänien blutig. Im Zuge der Aufstände
und Unruhen wurden der bisherige Diktator Ceausescu und seine
Frau erschossen. Dabei waren in Rumänien, anders als
in anderen Ostblockstaaten, keine Massenbewegungen der Bevölkerung
der Auslöser für die Wende gewesen. Es handelte
sich vielmehr um einen innerparteilichen Elitewechsel, der
den bisherigen Machthaber stürzte und ehemalige Parteikollegen
mit einer Nachfolgepartei an die Macht brachte. Bis zum Wahlsieg
der Opposition 1996 regierte die Nachfolgepartei der kommunistischen
Regierung.
Rumänien gab sich 1991 eine republikanische Verfassung
nach französischem Vorbild, nach welcher der Staatspräsident
nicht nur rein repräsentative sondern auch exekutive
Funktionen besitzt. Seine Kompetenzen liegen vor allem in
den Bereichen der Außen und Verteidigungspolitik.
Ion Iliescu wurde am 10.12.2000 für vier Jahre gewählt.
Premierminister des Landes ist seit dem 28.12.2000 Adrian
Nastase. Parlamentswahlen finden in vierjährigem Rhythmus
statt, zuletzt wurde am 26.11.2000 gewählt. Das Parlament
setzt sich aus zwei Kammern, dem Abgeordnetenhaus mit 344
Abgeordneten und dem Senat mit 140 Senatoren zusammen.
Die rumänische Regierung hat fast alle wichtigen internationalen
und europäischen Menschenrechtsabkommen ratifiziert.
Die Rechte der 18 anerkannten ethnischen Minderheiten sind
sowohl in der Verfassung als auch in der Verfassungswirklichkeit
besonders geschützt. So sind parteiähnliche Zusammenschlüsse,
die Minderheiten im Land vertreten, sind von der 5%- Hürde
für den Zugang zum Parlament ausgenommen, so dass ihre
Interessen vertreten werden können. Gerade hat die Regierung
ein Programm zur Verbesserung der Lage der Roma in Rumänien
erstellt. Die Roma bilden die zweitgrößte Minderheitengruppe
auf rumänischem Terrain.
Eine wichtige soziale und wirtschaftliche Rolle innerhalb
des politischen Systems kommt den Gewerkschaften zu. Sie verwalten
betriebliche soziale Leistungen und setzen Tariferhöhungen
durch. In den letzten Jahren konnte eine zunehmende Bedeutung
der Branchengewerkschaften verzeichnet werden.
Rumänien war das erste Land des ehemaligen Ostblocks,
das offizielle Beziehungen zur EG aufnahm. 1974 und 1980 wurden
Handelsabkommen unterzeichnet. Nach der Wende gehörte
Rumänien zu den ersten Antragstellern für eine EU-
Mitgliedschaft. Aufgrund wirtschaftlicher und politischer
Rückstände wird Rumänien jedoch nicht mit den
anderen Beitrittskandidatenstaaten im nächsten Jahr beitreten.
Eine Mitgliedschaft ab 2007 ist das erklärte Ziel. Immerhin
wurde am 1.1.2001 die Visumspflicht für Rumänen
für Reisen in den Schengen- Raum aufgehoben und damit
die Fortschritte Rumäniens bei der Sicherung der Außengrenzen
honoriert.
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Trotz der schwierigen Weltwirtschaft wies Rumänien 2002
mit ca. 5% die höchste Wachstumsrate der Beitrittskandidaten
und die derzeitigen wirtschaftlichen Indikatoren lassen eine
Fortsetzung des Wachstums auch im Jahre 2004 und darüber
hinaus erwarten. Entscheidend zu dieser Entwicklung trug der
Zuwachs des Privatsektors bei, so dass dieser auf mittlerweile
68,7% gewachsen ist. Der Anteil des Dienstleistungssektors
am BIP liegt bei ca. 50%, der des Industriesektors bei 35%
und in der Landwirtschaft werden 15% des BIP erwirtschaftet.
Der Staatshaushalt 2003 rechnet mit einem Defizit von 2,9%
des BIP. Während die Inflationsrate 2000 noch bei 40,7%
lag, betrug sie 2003 14%. Für 2004 wird eine Zahl unter
10% angestrebt.
Trotz der insgesamt positiven volkswirtschaftlichen Gesamtentwicklung
Rumäniens in den letzten Jahren besteht in der rumänischen
Wirtschaft weiterhin großer Reformbedarf. Die Umstrukturierung,
Modernisierung und Privatisierung der staatlichen Industriebetriebe
verläuft schleppend. Bürokratie der alten Strukturen,
nicht ausreichende Rechtssicherheit, Zollprobleme sowie Korruption
behindern nach wie vor den dringend benötigten Zufluss
ausländischen Kapitals. Im Zentrum der Wirtschaftspolitik
steht daher die weitere Privatisierung der noch immer von
staatlichen Großbetrieben geprägten Volkswirtschaft.
Neben den traditionell dominierenden Industriezweigen der
Metallurgie, Petrochemie und Holzverarbeitung ist der Textilsektor
zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig angewachsen. Mittlerweile
beschäftigt er 20% der rumänischen Arbeitskräfte
und macht Rumänien zum Konfektionisten Nr.1 in Europa.
Ebenso wächst die Bedeutung Rumäniens als Standort
für Kfz Zulieferer.
Rumänien ist reich an Rohstoffen. Bedeutende Erdöl-,
Erdgas-, Kohle- und Uranvorkommen decken einen Großteil
des eigenen Bedarfs an Energieträgern. Das seit 1996
betriebene einzige Kernkraftwerk Rumäniens trägt
zu beinahe 11% an der Energieversorgung bei. Der weitere Ausbau
der Kernenergie ist geplant. Maßgeblich zur Deckung
der Energieversorgung trägt auch die Nutzung von Wasserkraft
in Stauseen und am Schwarzen Meer bei.
Der Umweltschutz ist in Rumänien ein Thema von nachgeordneter
Bedeutung. Ziel der aus dem EG Vertrag angeleiteten
Umweltpolitik der Union ist eine nachhaltige Entwicklung.
Sie beruht auf der Einbeziehung des Umweltschutzes in die
einzelnen Politikbereiche der EU, dem Prinzip der Vorbeugung,
dem Verursacherprinzip, der Bekämpfung von Umweltbeeinträchtigungen
an ihrem Ursprung und dem Grundsatz der gemeinsamen Verantwortung.
Gemäß dem europäischen Assoziierungsabkommen
muss Rumänien seine wirtschaftliche Entwicklung auf dem
Grundsatz der langfristigen Tragbarkeit aufbauen und dabei
Umweltbelange in vollem Umfang berücksichtigen.
Dennoch wurde bei der Einbeziehung von Umweltbelangen in
andere Politikbereiche kaum Fortschritte erzielt. Obwohl Rumänien
seine für die Umwelt vorgesehenen Haushaltsmittel aufgestockt
hat, sind diese im europäischen Vergleich immer noch
sehr gering. Die rumänischen Ausgaben für Umweltbelange
belaufen sich lediglich auf 0,4% des BIP (EU- Schnitt: 1,5%).
Dennoch besteht hier dringender Handlungsbedarf. Die Wasser,
Luft und Bodenqualität ist aufgrund industriebedingter
Umweltverschmutzung, vor allem der Bergbau-, Schwermetall-
und Ölindustrie, extrem schlecht. Laut des Berichts des
Regional Environmental Center for Central and Eastern Europe
(REC), das im Auftrag der EU Kommission umweltbezogene
Länderberichte erstellt, sind neben den Gewässern
vor allem die Böden stark mit Schwermetallen wie Blei,
Cadmium, Eisen und Mangan sowie Mineralölrückständen
belastet. Ca. 75% (!) der landwirtschaftlich genutzten Fläche
ist davon betroffen.
Ähnlich schlecht steht es um die Wasserqualität.
Obwohl seit 1994 eine stetige Verbesserung der Trinkwasser
und Gewässerqualität nachgewiesen werden konnte,
gelten 18% der Wasserläufe als ökologisch tot. Einen
traurigen Höhepunkt markierte die Giftflut Katastrophe
im Januar 2000 als aus einem defekten Abwasserbecken einer
Goldmine im Nordwesten Rumäniens ca. 100.000 Kubikmeter
schwermetallhaltige Schadstoffe (in erster Linie hochgiftige
Cyanide) die Zuflüsse der Donau auf einer Gesamtlänge
von 300 km verseuchten. Über 65 Tonnen toter Fisch wurden
im Zuge dieser Kontaminierung geborgen.
Zugleich
gibt es in Rumänien jedoch mehr "unberührte
Natur" als in anderen Ländern Europas. Nirgendwo
in Europa gibt es noch so viele Wölfe, Bären und
Luchse wie dort.
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Obwohl Rumänien 2002 mit ca. 5% Wirtschaftswachstum
die höchste Wachstumsrate der Beitrittskandidatenstaaten
aufwies, gelingt es Rumänien noch nicht, das Wohlstandsgefälle
zu den anderen Staaten zu verringern. Rumänien gilt weiterhin
als Land mit einem der niedrigsten Entwicklungs- und Lebensstandards
des ehemaligen Ostblocks. Rund 45% der Rumänen leben
unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. Besonders durch die
wirtschaftlichen Umstrukturierungsmaßnahmen ist die
Zahl der Arbeitslosen stark angestiegen. Nach offiziellen
Angaben beträgt die Erwerbslosenrate knapp 10%, inoffizielle
Schätzungen gehen jedoch von 15% Arbeitslosen aus.
Besonders dramatisch ist die Jugendarbeitslosigkeit. Etwa
40% aller Erwerbspersonen unter 25 Jahren suchen vergeblich
Arbeit. Diese Umstände treiben viele Kinder und Jugendliche
auf die Strasse, wo sie meist in einen kriminellen Teufelskreis
geraten. Die meisten von ihnen wandern ohne ordentliches Verfahren
direkt in ein Heim oder ins Gefängnis. 51% (!) der verurteilten
Jugendlichen werden mit Freiheitsentzug bestraft - oft unabhängig
von Alter und Schwere des Vergehens. Obwohl sich die Zustände
in den staatlichen Heimen auf internationalen Druck in den
letzten Jahren verbessert haben, stellt der Kinderschutz einen
Schwerpunktbereich der Unterstützung der EU für
Rumänien dar. So verabschiedete Brüssel 2001 ein
Mehrjahresprogramm (bis 2006) mit einem Gesamtvolumen von
knapp 60 Millionen EUR um den Aufbau des Kinderschutzes in
Rumänien zu unterstützen. Dabei geht es vor allem
darum, die Zahl der Kinder in staatlichen Heimen zu reduzieren
und Neueinweisungen durch soziale Präventionsprogramme
zu verhindern.
Um
die Zukunftsperspektiven der jungen Menschen allgemein zu
verbessern, hat Rumänien mit der Reform des Bildungswesens
begonnen. Unter anderem wurde Schulen und Universitäten
mehr Autonomie verliehen, verbunden mit der Aufforderung,
aufgrund staatlicher Finanzknappheit eigene Mittel zu akquirieren.
Anders als in Deutschland beispielsweise schließt sich
den neun Pflichtschuljahren kein Berufsbildungswesen an. Die
Jugendlichen steigen direkt in den Beruf ein.
Eines der größten Probleme der rumänischen
Sozialstruktur ist das marode Gesundheitswesen. Rumänien
gibt lediglich 190 US-Dollar pro Kopf und Jahr für die
medizinische Versorgung der Bevölkerung aus. Mangelnde
medizinische Grundversorgung führt zu einer der niedrigsten
Lebenserwartungen (67 Jahre bei Männern, 74 Jahre bei
Frauen) und zu einer der höchsten Kindersterblichkeitsraten
in der EU. 22% der Kinder erreichen das erste Lebensjahr nicht.
Medikamente sind schwer erhältlich und für den größten
Teil der Bevölkerung unerschwinglich, viele Krankenhäuser
führen seit Jahren nur noch Notoperationen durch. Die
von der rumänischen Regierung verabschiedete Gesundheitsreform
stagniert und konnte bisher kaum zu entscheidenden Verbesserungen
der Versorgungssituation beitragen.
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Das
vorrangige außenpolitische Ziel Rumäniens ist die
Aufnahme in die europäische Union und in die NATO. Dementsprechend
waren die wichtigsten außenpolitischen Ereignisse der
vergangenen Jahre die Entscheidung des Europäischen Rates
in Helsinki 1999 Beitrittsverhandlungen mit Rumänien
aufzunehmen sowie der NATO Gipfel im November 2002
in Prag, auf dem an Rumänien die Einladung erging, der
NATO beizutreten. Am 26. März 2003 unterzeichnete Rumänien
schließlich das NATO Beitrittsprotokoll.
Die Beitrittsverhandlungen mit der EU haben bis Oktober 2003
zum vorläufigen Abschluss von 20 Verhandlungskapiteln
geführt. Als Zieldatum für den Beitritt zur Europäischen
Union wird das Jahr 2007 angestrebt.
Die rumänische Regierung unterstützt die Linie
der US Regierung in der Irakpolitik. Rumänien
war maßgeblich an der Entstehung eines Offenen Briefes
der "Vilnius Gruppe" beteiligt, der im Februar 2003
im UN Sicherheitsrat veröffentlicht und in dem
der Kriegskurs der USA unterstützt wurde. Konsequenterweise
entsendete Rumänien eine Eliteeinheit von Gebirgsjägern
zur Unterstützung britischer und amerikanischer Truppen
in den Irak. Auch wenn dieser außenpolitische Kurs unter
dem Eindruck des bevorstehenden NATO Gipfels in Prag
gestanden haben dürfte, so betont er doch den unbedingten
Integrationswillen der rumänischen Regierung in bestehende
westeuropäische Bündnisse sowie den hohen Identifikationsgrad
mit den neuen euroatlantischen Gemeinschaften. Ein Auszug
aus dem Offenen Brief soll dies verdeutlichen:
"Unsere Länder kennen die Gefahren, die von
einer Diktatur ausgehen, und die besondere Verantwortung der
Demokratien, unsere gemeinsamen Werte zu verteidigen. Die
transatlantische Gemeinschaft muss zusammenstehen, um sich
der Gefahr zu stellen, die durch die Verbindung von Terrorismus
und Diktatoren mit Massenvernichtungswaffen entsteht."
Für den Zeitraum 2004 2005 wurde Rumänien
als nicht ständiges Mitglied in den Sicherheitsrat
der Vereinten Nationen gewählt.
Ein weiterer strategischer Schwerpunkt rumänischer Außenpolitik
liegt auf der Förderung der regionalen Kooperation. Dabei
stehen der Ausbau guter Beziehungen zu Russland und der Balkanregion
im Vordergrund. Ansätze wie "South East European
Cooperation Initiative" (SECI), Schwarzmeerkooperation,
"South East European Cooperation Programme (SEECP),
"Black Sea Economic Cooperation (BSEC) und vor
allem der Stabilitätspakt für Südosteuropa
werden daher aktiv unterstützt.
Im Jahr 2001 hatte Rumänien den Vorsitz der Organisation
für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) inne.
Schwerpunkt des Vorsitzes waren die Bemühungen um die
friedliche Beilegung der Konflikte auf dem Balkan sowie die
Verbesserung der Kooperation innerhalb der OSZE zwischen den
westlichen Partnern und Russland. Die rumänische Präsidentschaft
wurde international als erfolgreich gewürdigt.
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