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Slowenien
Slowenija
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Einwohner
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1,99 Mio
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Fläche
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20.253 qkm
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Einwohner / qkm
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98
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Hauptstadt
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Ljubljana (264.000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Slowenisch
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Religion
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57,8 % Katholiken, 4,2 % Orthodoxe,
2,7 % Muslime u.a., 7,1 % religionslos
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Urbanisierung
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49 %
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Arbeitslosigkeit
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11,6 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Nationalfeiertag
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25. Juni
(Unabhängigkeitserklärung 1991)
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Regierung
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Janez Drnovsek (Staatsoberhaupt)
Anton Rop (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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1. Mai 2004
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Die
Slowenen wanderten im 6. Jahrhundert in ihr heutiges Siedlungsgebiet.
Bis zur Unabhängigkeitserklärung am 25. Juni 1991
(Nationalfeiertag) verfügten sie allerdings nie über
ein eigenes Staatswesen. Nahezu 1000 Jahre lebten die Slowenen
unter deutschsprachiger Herrschaft. Dennoch ließ man
sich nicht von der Sprachmacht vereinnahmen und bewahrte die
slowenische Sprache als eigene Identität.
Kulturell orientierte sich die Bevölkerung an Westeuropa.
Als "Durchgangsgebiet" war Slowenien jedoch unterschiedlichen
Einflüssen und Interessen ausgesetzt. Aus der Erfahrung
heraus, dass politische und territoriale Veränderungen
nicht unbedingt Auswirkungen auf die nationale Identität
haben müssen, fürchten sich die Slowenen weit weniger
vor der europäischen Integration als die Bewohner einiger
nördlicher Nachbarstaaten. Immerhin hat Slowenien seine
Bereitwilligkeit zum EU- Beitritt mit einer 90%igen Zustimmung
beim Referendum eindrucksvoll bestätigt. Laut Umfragen
sehen die Slowenen in der europäischen Integration ein
Politikinstrument zur Überwindung wirtschaftlicher Missstände
und zum Schutz gegen hegemoniale Nachbarn.
Der slowenische Autor Louis Adamic urteilte 1934 über
Slowenien: "Die führende Industrie in Slowenien
ist bestimmt die Kultur." Kunst und Kultur spielen
eine wichtige Rolle im slowenischen Alltag. Das Kultivieren
und Bewahren der eigenen Traditionen und des Brauchtums diente
in mancherlei Hinsicht als Ausgleich für das Fehlen des
eigenen Staates und eigener politischer Institutionen. Tatsächlich
fällt auf, dass eine große Anzahl der Straßen
die Namen von Schriftstellern tragen und dass der Bücherkonsum
in Slowenien in allen sozialen Schichten überdurchschnittlich
hoch liegt. Sloweniens Kultur und Identität wurden gerade
in den Zeiten der Fremdbeherrschung maßgeblich durch
die eigene Sprache geprägt und gefördert.
Neben Kunst und Kultur sind die Slowenen besonders stolz
auf ihre Sportler und die langjährige olympische Tradition
ihres Landes. Seit 1912 haben slowenische Sportler an allen
Winter und Sommerspielen, mit Ausnahme von 1932 und 1960,
teilgenommen. Spitzensportler sind in allen Bereichen vertreten,
vor allem im Wintersport. Slowenische Skiläufer und Skispringer
stehen seit Jahren in internationalen Wettkämpfen ganz
oben. Das letzte Weltcup Skispringen der Saison endet
traditionell in Planica, auf der größten Naturschanze
der Welt. Darüber hinaus sind Maribor, Kranjska Gora,
Pokljuka and Bohinj traditionelle Austragungsorte für
Weltcup Skirennen und Biathlon. Unter dem Motto "Olympics
without Boundaries war der süd westliche
Teil Sloweniens in Kooperation mit Tarvisio/Italien und Arnoldstein/Österreich
Mitbewerber um die Olympischen Winterspiele 2006.
2002 beherrschte ein Mann die Sportpresse: Srecko Katanec.
Er erfüllte den Traum der sportbegeisterten Slowenen
und nahm erfolgreich an der Fußball WM in Korea
und Japan teil, nachdem er sich mit der slowenischen Fußball
- Nationalmannschaft erstmals für eine WM Endrunde
qualifizieren konnte. Die Tickets fanden in Slowenien trotz
der hohen Preise reißenden Absatz. Mancher Fan verkaufte
sein Auto oder andere Wertgegenstände um dem für
den slowenischen Fußball historischen Turnier beizuwohnen.
Aber nicht nur der Spitzensport ist in Slowenien vertreten.
Ca. 40% der Slowenen betätigen sich aktiv in Sportvereinen
in allen Bereichen des Breitensports.
Auch die Religion spielt in Slowenien eine traditionelle
Rolle. 70,8% der Bevölkerung bezeichnen sich heute als
römisch- katholisch. Anders als in anderen Ländern
wird jedoch in Slowenien die strenge Trennung zwischen Kirche
und Staat praktiziert. An öffentlichen Schulen gibt es
keinen Religionsunterricht.
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Slowenien ist der einzige Staat des ehemaligen Jugoslawiens,
dessen Weg in die Unabhängigkeit verhältnismäßig
unblutig verlaufen ist. Nach den ersten demokratischen Wahlen
1990 und einer 88%igen Zustimmung der Slowenen zu einer Abspaltung
von Jugoslawien, versuchte die jugoslawische Armee nur 10
Tage lang, mit Waffengewalt die Trennung zu verhindern. 1991
wurde das Land per Verfassung zu einer parlamentarisch- demokratischen
Republik. Repräsentatives Staatsoberhaupt und zugleich
Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der Staatspräsident
Janez Drnovsek. Der liberaldemokratische Regierungschef heißt
Anton Rop.
Erst 1996 stellte Slowenien als letztes der Beitrittskandidatenländer
den Antrag auf EU- Mitgliedschaft und setzte sich gleich hinsichtlich
seiner Wirtschaftsdaten an die Spitze. Bereits heute hat Slowenien
Portugal und Griechenland überholt und wird möglicherweise
sofort nach Aufnahme zum Nettozahler der Union. Schon innerhalb
Jugoslawiens war Slowenien die wohlhabendste Region gewesen.
Die Unterstützung der Bevölkerung für einen
EU- Beitritt zeigte sich bei dem Referendum in diesem Jahr,
als sich 90% der teilnehmenden Slowenen für die Mitgliedschaft
aussprachen. Zeitgleich stimmte Slowenien über einen
Beitritt zur NATO ab. Nicht ganz so deutlich, aber dennoch
mit 66% Ja- Stimmen erklärte sich Slowenien für
eine schnellstmögliche Mitgliedschaft bereit.
Im an Slowenien angrenzenden österreichischen Kärnten
lebt eine slowenische Minderheit. Laut österreichischer
Verfassung von 1955 müssen Straßen- und Verkehrsschilder
in Gebieten mit Minderheiten zweisprachig beschriftet werden.
Nachdem das österreichische Verfassungsgericht Kärnten
und seinen Landeshauptmann Jörg Haider von der FPÖ
aufgefordert hatte, die Schilder auch in slowenischer Sprache
zu beschriften, verweigerte Haider die Umsetzung, und es kam
zu Streitpunkten zwischen Slowenien und Österreich hinsichtlich
einer Diskriminierung der slowenischen Minderheit auf österreichischem
Gebiet. Den auf slowenischem Staatsgebiet lebenden ungarisch-
und italienischsprachigen Minderheiten wird neben dem Slowenischen
eine zweite Amtssprache zugestanden.
Haider und seine Partei waren auch die Wortführer bei
der Verurteilung der tschechischen und slowenischen Vertreibungsdekrete
nach dem 2. Weltkrieg. Sie forderten eine Aussetzung der Beitrittsverhandlungen
vor allem mit Tschechien, aber auch mit Slowenien, falls die
Staaten die Rechtsdokumente, die nach dem 2. Weltkrieg die
Vertreibung deutschsprachiger Minderheiten legalisierten und
auch heute noch ihre Gültigkeit haben, nicht zumindest
formal außer Kraft gesetzt würden.
Obwohl Slowenien kein klassisches Einwanderungsland ist,
finden sich vor allem in den letzten Jahren zahlreiche politische
und Wirtschaftsflüchtlinge aus den anderen ehemaligen
jugoslawischen Gebieten.
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Sloweniens Wirtschaft ist auf Export orientiert. In den vergangenen
Jahren wurde dadurch ein Wachstum des Bruttosozialprodukts
von jährlich 4 5% erreicht. Obwohl auch Sloweniens
Wirtschaft die Auswirkungen der weltweiten Konjunkturkrise
zu verspüren bekam, konnte das Land für 2003 ein
Wirtschaftswachstum von 2,2% verzeichnen. Das BSP pro Kopf
erreicht inzwischen das der EU - Mitgliedstaaten Portugal
und Griechenland.
Da Slowenien heute bereits zwei der vier Kriterien für
die Teilnahme an der Währungsunion erfüllt, ist
es gut möglich, dass der Slowenische Tolar bald gegen
den Euro ausgetauscht wird. Problematisch ist derzeit dabei
allerdings die hohe Inflationsrate von 7,5%. Prognosen sprechen
jedoch von einem Rückgang auf 6% bis Ende des Jahres
2003.
Aufgrund der kargen Böden spielt die Landwirtschaft
in Slowenien nur eine untergeordnete Rolle (ca. 3,2% des BIP).
Trotzdem sind weiterhin relativ viele Leute in der Landwirtschaft
beschäftigt. Wichtige Agrarprodukte sind Kartoffeln,
Zuckerrüben, Getreide, Hopfen und Trauben. Vor allem
werden jedoch industrielle Produkte wie Automobile, Maschinen,
Textilien und chemische Produkte exportiert. Sloweniens bekanntestes
Unternehmen, das sich international einen Namen gemacht hat,
ist der Wintersportausrüster Elan. Diese Firma behauptet
von sich, den Carving- Ski erfunden zu haben. Nicht umsonst
gehören Sloweniens Wintersportler zu den erfolgreichsten
der Welt! Einen besonderen Namen hat sich die kleine Stadt
Lipica gemacht. Dort werden seit 1580 die berühmten Lipizzaner
Pferde gezüchtet. Die älteste Kulturpferderasse
Europas hat dort seine Wurzeln.
Slowenien investiert einen relativ hohen Anteil des nationalen
BIP in Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen (ca. 1,5%).
Die Bereiche Biotechnologie, medizinische Forschung, Produktionstechnologie,
Umweltforschung und Informationstechnologie sollen weiter
ausgebaut werden.
Die in anderen mittel- und osteuropäischen Staaten anzutreffenden,
gravierenden Umweltprobleme existieren in Slowenien lediglich
in eingeschränktem Maße. Slowenien ist stolz auf
seine vielfältige, weitgehend intakte Umwelt. 60% des
Landes sind mit Wald bedeckt, dessen Schutz und Erhaltung
ein besonders hoher Stellenwert zukommt. Deshalb gehörte
bereits sehr früh der Schutz der Umwelt zu den wichtigsten
Anliegen der slowenischen Politik. Seit 1993 gibt es ein umfassendes
Umweltschutzgesetz, auf dessen Grundlage fast alle EU
Direktiven bereits in nationales Recht übertragen werden
konnten. Um die Vereinbarung der CO2- Reduzierung laut Kyoto-
Protokoll erfüllen zu können, wird Slowenien die
Nutzung erneuerbarer Energien weiter ausdehnen. Bereits heute
decken Biomasse, Wasserkraft, Geotherme und Solarenergie 9,4%
des nationalen Energiebedarfs. Weitere 20% werden in dem mit
Kroatien gemeinsam bewirtschafteten Atomkraftwerk Krsko gewonnen.
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Slowenien ist eines von nur drei Beitrittskandidatenländern,
die für 2002 ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnet
hatten, wenn auch nur um 1,1%. Die Zahl der Geburten und der
Eheschließungen ist rückläufig. Zum Großteil
sind Zuwanderungen aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens
für den Zuwachs verantwortlich.
Die Arbeitslosenquote lag 2002 bei 6,2%. Laut Umfrage gehört
die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu den vorrangigen
Zielen der Politik, und viele Slowenen setzen in dieser Hinsicht
große Hoffnungen auf die EU. Aber auch auf nationaler
Ebene wird derzeit aktive Beschäftigungspolitik betrieben.
Problematisch ist vor allem der große Anteil befristeter
Arbeitsverhältnisse.
Pflichtkrankenversicherung und Sozialversicherung wurden
auf slowenischem Territorium bereits 1887 eingeführt.
Bisher ist der Arbeitgeber allein für den Krankenversicherungsbeitrag
des Arbeitnehmers aufgekommen. Eine geplante Reform des Systems
soll den Eigenanteil des Arbeitnehmers erhöhen und den
Arbeitgeberanteil senken. Bisher fällt in Slowenien der
Investitionsanreiz eines niedrigen Lohnniveaus weg, da die
Lohnnebenkosten für den Arbeitgeber verglichen mit denen
in anderen Beitrittskandidatenstaaten verhältnismäßig
hoch sind.
Ein Rentengesetz gibt es erst seit 1992. Bis 2000 war die
Altersgrenze für den Übertritt in den Ruhestand
mit 56 Jahren eine der niedrigsten in Europa. Im Zuge einer
Reform wurde 2000 das Rentenalter für Männer auf
63 und für Frauen auf 61 erhöht, ein im europäischen
Vergleich immer noch sehr niedriges Alter.
Noch vor Renten- und Sozialversicherung nimmt das Ressort
Bildung mit 18,3% den größten Ausgaben- Posten
ein. Erst kürzlich wurde das Bildungssystem reformiert.
Diese Reform sieht eine Neugliederung des Erziehungswesens
und eine Gleichstellung von öffentlichen und privat zugelassenen
Schulen vor.
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Mit der Aufnahme in die Vereinten Nationen im Mai 1992 wurde
der Prozess der internationalen Anerkennung Sloweniens abgeschlossen.
Das seit Erlangung der Eigenstaatlichkeit wichtigste außenpolitische
Ziel der slowenischen Regierung, eine möglichst schnelle
Integration in die euroatlantischen Strukturen, wird mit dem
bevorstehenden Beitritt zur NATO und EU erreicht sein. Sowohl
das Protokoll zum NATO Beitritt wie auch der Beitrittsvertrag
zur EU wurden 2003 unterschrieben.
Zu den Schwerpunkten der slowenischen Außenpolitik
gehört die Intensivierung der Beziehungen zu den übrigen
Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Traditionell freundschaftliche
Beziehungen unterhält Slowenien zu Bosnien Herzigowina,
Mazedonien und Kroatien. Nach der Aufnahme diplomatischer
Beziehungen zu Serbien und Montenegro Anfang des Jahres 2001
sind die Beziehungen zu diesen Staaten geprägt von intensiven
Bemühungen um die Wiederbelebung bilateraler Kontakte.
Vor allem ein möglichst rascher Beitritt der übrigen
Nachfolgestaaten zur EU wird von Slowenien unterstützt.
Außenpolitisch beteiligt sich Slowenien aktiv an UN-
Missionen vor allem in der unmittelbaren Nachbarschaft (Albanien,
Zypern, Bosnien, Kosovo).
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