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Slowakei
Slovensko
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Einwohner
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5,40 Mio
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Fläche
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49.034 qkm
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Einwohner / qkm
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110
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Hauptstadt
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Bratislava (447.000 Einwohner)
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Amtssprachen
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Slowakisch, Ungarisch (regional)
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Religion
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8,9 % römisch-katholisch, 4,1 % griechisch-katholisch,
0,9 % orthodox, 7,9 % Protestantisch, 6,9 % Evangelische
Augsburger Kirche, 2,0 % Reformierte Christliche Kirche,
0,6 % Sonstige
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Urbanisierung
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58 %
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Arbeitslosigkeit
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17,9 % (2002)
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Staatsform
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Parlamentarische Republik
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Nationalfeiertag
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1. 1. (Lösung von der Tschechischen Republik 1993)
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Regierung
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Rudolf Schuster (Staatsoberhaupt)
Mikulas Dzurinda (Regierungschef)
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Beitritt zur EG/EU
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1. 1. 2004
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Über
die Jahrhunderte hinweg befand sich das Gebiet der heutigen
Slowakei im Zentrum der Begegnungen zwischen deutschen, ungarischen
und slawischen Kulturen. Im Gegensatz zum Nachbarn Tschechien,
dessen politische und kulturelle Ausrichtung vor allem nach
Westen erfolgt war, orientierte sich die Slowakei eher in
Richtung Ungarn. Abgesehen von einer sprachlichen Verwandtschaft
sind Tschechen und Slowaken kulturell unterschiedlich.
Die Slowaken waren vom 9. Jahrhundert an fremd beherrscht
gewesen. Der sich im 19. Jahrhundert herausbildende slowakische
Nationalismus führte zwar schließlich zur Entstehung
einer slowakischen Schriftsprache, aber die Unabhängigkeit
wurde noch lange nicht erreicht. Zumindest einen Teilerfolg
verbuchten die Slowaken mit der Begründung eines gemeinsamen
Staates mit Tschechien nach dem 1. Weltkrieg. Richtig identifizieren
konnten sich die Bewohner der Slowakei jedoch mit dem Staatengebilde
nicht. Und so drängte die Slowakei schließlich
nach dem Untergang des Kommunismus zu einer Auflösung
der Tschechoslowakei. Seit dem 1.1. 1993 ist die Slowakische
Republik eine parlamentarische Demokratie mit einem Präsidenten
als weitestgehend repräsentativem Staatsoberhaupt (seit
1999 Rudolf Schuster). Der derzeitige Ministerpräsident
heißt Mikulas Dzurinda.
Seit der Unabhängigkeit ist die Slowakei bestrebt, ihre
eigene Nationalkultur zu entwickeln. Aus Furcht, die neue
nationale Identität in dem vereinten Europa zu verlieren,
sieht ein Teil der Slowaken einer EU-Mitgliedschaft und der
damit einhergehenden politischen Integration mit Misstrauen
entgegen. Die EU- kritische Partei HZDS (Bewegung für
eine demokratische Slowakei) wurde bei den Parlamentswahlen
2002 von immerhin 19,5% der Bevölkerung gewählt.
Die überraschend hohe Zustimmung der Slowaken zum EU-
Beitritt, die beim Referendum im Mai mit 92,5% Ja- Stimmen
zum Ausdruck kam, muss durch die Tatsache relativiert werden,
dass die Wahlbeteiligung bei nur knapp 52% lag. Das slowakische
Referendum hat allerdings nur "empfehlenden Charakter"
und hätte im Falle einer Ablehnung vom überwiegend
EU- freundlichen Parlament und der Regierung korrigiert werden
können.
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Direkt nach der Trennung von Tschechien galt die Slowakei
zunächst als politisch isoliert. Obwohl das Land bereits
1995 den Antrag auf EU- Mitgliedschaft gestellt hatte, schien
es zunächst unmöglich, einen Beitritt der Slowakei
in der ersten Runde in Erwägung zu ziehen. Der Grund
dafür: die Slowakei erfüllte die politischen Aufnahmekriterien
nicht. Regierungschef Vladimir Meciar regierte das Land autokratisch.
Der Ruf der jungen Republik im Ausland war geschädigt,
nicht nur die EU, auch die NATO lehnten einen Beitritt der
Slowakei unter diesen politischen Bedingungen ab. Die Parlamentswahlen
1998 brachten einen Machtwechsel und die Lösung der Slowakei
aus der Isolation. Der derzeitige Ministerpräsident Mikulas
Dzurinda unternahm verstärkte Anstrengungen, die Kopenhagener
Kriterien zu erfüllen, um seinem Land den EU- Beitritt
zu ermöglichen. Innerhalb weniger Jahre konnte die Slowakei
nicht nur zu hinsichtlich ihrer Entwicklung vorbildlichen
Staaten wie Tschechien und Ungarn aufschließen, sondern
sie sogar in einigen Bereichen überholen. Einem Beitritt
der Slowakei zu EU und NATO 2004 steht nichts mehr im Wege.
Mit
der Beteiligung der Partei der Ungarischen Koalition an der
slowakischen Regierung verbesserte sich die Situation der
Minderheiten im Land. Bereits 1999 wurde das Minderheitensprachengesetz
eingeführt. Mit einem Anteil von 10% der Gesamtbevölkerung
stellen die Ungarn die größte Minderheitengruppe
dar, gefolgt von den Roma, von denen nach inoffiziellen Zahlen
ca. 300.000 bis 500.000 Angehörige in der Slowakei leben.
Weitaus kleiner sind die Gruppen der Tschechen, Mähren,
Ukrainer, Karpatendeutschen, Polen und Kroaten. Die soziale
Situation der Roma ist besonders problematisch, eine Integration
in die Gesellschaft ist noch nicht erfolgt. Mangelnde Bildungs-
und Ausbildungsmöglichkeiten sind dafür verantwortlich,
dass die Arbeitslosenquote unter der Roma Bevölkerung
überdurchschnittlich hoch ist.
Neben Tschechien wurde auch die Slowakei von Österreich,
Ungarn und Sudetendeutschen aufgefordert, die umstrittenen
Benes-Dekrete, die nach dem 2. Weltkrieg die Vertreibung deutschsprachiger
und ungarischer Bevölkerung aus der damaligen Tschechoslowakei
legitimierten, abzuschaffen. Aus Furcht vor hohen Wiedergutmachungsansprüchen
jedoch weigern sich die Regierungen, dieser Forderung zu entsprechen.
Eine Untersuchungskommission des Europäischen Parlaments
war 2002 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Dekrete keinen
Widerspruch zum europäischen Menschenrechtsstandard bedeuten
und daher nicht als Argument gegen den EU- Beitritt Tschechiens
und der Slowakei akzeptiert werden können.
Die Slowakei wird nach ihrem Beitritt zu den kleinen Mitgliedstaaten
der Europäischen Union gehören. Dementsprechend
lehnte das Land im Zuge der Konventsverhandlungen die Stärkung
des nationalstaatlichen Europäischen Rates ab und forderte
stattdessen mehr Einflussnahme für Kommission und Parlament.
Des Weiteren sprach sich die Slowakei gegen eine Flexibilisierung,
eine besondere und fortgeschrittene Integration nur einiger
Mitgliedstaaten, aus. Die politische und wirtschaftliche Integration
Europas sollte gemeinsam von allen Staaten betrieben werden.
Hinter dieser Forderung steht die Befürchtung, von größeren
Mitgliedstaaten von einigen Politikfeldern ausgeschlossen
zu werden.
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Bei Teilung der Tschechoslowakei war die Slowakei in wirtschaftlicher
Hinsicht benachteiligt zurückgeblieben: das Land war
stärker landwirtschaftlich geprägt und besaß
den größeren Anteil Schwerindustrie (Rüstung,
Metallurgie), die veraltet und unproduktiv arbeitete. Während
der letzten zehn Jahre hat eine enorme Umstrukturierung stattgefunden.
Landwirtschaft spielt nur noch eine geringe Rolle, und die
Slowakei ist zu einer Dienstleistungsgesellschaft geworden.
Von wirtschaftlichen Einbrüchen in den späten 90er
Jahren konnte sich das Land erholen und weist heute eine der
höchsten Wirtschaftswachstumsraten der Beitrittskandidatenstaaten
auf (2002: 4,4%). Derzeit bemüht sich die slowakische
Regierung mit Hilfe einer Steuer- und Rentenreform die Neuverschuldung
zu senken, um bald die Maastricht- Kriterien zur Euro - Einführung
zu erfüllen.
Traditionell ist die Slowakei Nettoimporteur von landwirtschaftlichen
Erzeugnissen. Angebaut werden vor allem Getreide, Ölsaaten
und Zuckerrüben. Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung
ging nach dem Ende des Sozialismus um mehr als 50% zurück.
Einzelbetriebe und Hausgärten produzieren vor allem für
den Eigenbedarf. Immerhin 60% der gesamten Kartoffelproduktion
werden dort erzeugt, außerdem Obst und Gemüse.
Die industrielle Produktion konzentriert sich auf Maschinen-
und Fahrzeugbau so wie chemische und pharmazeutische Industrie.
In Bratislava ist Volkswagen der größte Arbeitgeber.
Zur Zeit des Kommunismus galt die Slowakei als Waffenschmiede
des Warschauer Pakts. 60% der "Maschinenbauindustrie"
gehörten zur Waffenindustrie. Heute setzt dieser Industriezweig
große Hoffnungen darauf, nach dem NATO- Beitritt des
Landes von der eigenen Armee und aus den NATO- Mitgliedstaaten
neue Aufträge zu erhalten.
89% des Primärenergiebedarfs der Slowakei wird importiert.
Hauptenergiequellen sind Erdgas, Kohle und Atomstrom. Erdöl
deckt den Bedarf zu 16%. Erneuerbare Energien werden kaum
genutzt. Es gibt einige Wasserkraftwerke, Biomasse- und Geothermienanlagen,
jedoch praktisch keine Nutzung von Sonnenenergie und Windkraft.
Die zwei slowakischen Atomkraftwerke weisen Sicherheitsmängel
auf und sollen zum Teil abgestellt werden. Atomstrom wie auch
Erdgas werden vor allem aus Russland importiert. Aufgrund
des regen Handels und der Rohstoffabhängigkeit der Slowakei
von Russland hatten beide Länder zunächst die Schaffung
einer Freihandelszone erwogen. Auf Anraten der EU wurde dieses
Vorhaben jedoch 1996 fallen gelassen. Eine zu starke Orientierung
der Slowakei nach Russland wurde in Resteuropa nicht gutgeheißen.
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Die
Slowakei weist die höchste Arbeitslosenquote der Beitrittskandidatenstaaten
auf (2002: 18,5%). Regionale Unterschiede in der Beschäftigungsquote
lassen von einem Ost- West- Gefälle sprechen. In den
östlichen Gebieten liegt die Arbeitslosigkeit zum Teil
bei über 20%, wohingegen in der Region Bratislava nur
5% der Bewohner arbeitslos sind. Besorgniserregend hoch ist
die Anzahl der Langzeitarbeitslosen (58,3%), so wie der Jugendlichen
bis 25 ohne Beschäftigung (38,9%). Mangelnde Arbeitsmobilität
in der Slowakei wird mit Engpässen auf dem Wohnungsmarkt
erklärt. Einzelne Arbeitsmarktmaßnahmen haben bisher
beispielsweise eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts (Verlängerung
der Höchstarbeitszeit, Möglichkeit der externen
Teilzeitarbeit, Wochenendarbeit) bewirkt.
Mithilfe einer radikalen Steuer- und Rentenreform versucht
die amtierende slowakische Regierung die Neuverschuldung zu
senken und damit die Slowakei bereit für die Mitgliedschaft
in der Europäischen Währungsunion zu machen. Der
Entwurf sieht unter anderem eine einheitliche Steuer (Mehrwertsteuer,
Unternehmenssteuer so wie Lohnsteuer) von 19% vor. Während
Spitzenverdiener von dieser Reform für die Lohnsteuer
profitieren, sind die Hauptbetroffenen diejenigen mit niedrigem
Einkommen, die unter höherer Mehrwertsteuer zu leiden
haben. Ein durchschnittliches Monatseinkommen in der Slowakei
beträgt 316 Euro.
Die Geburtenrate in der Slowakei liegt mit 1,3 Kindern pro
Frau am unteren Ende eines europäischen Rankings. Zusätzlich
haben Abwanderungen dazu geführt, dass die Slowakei in
den letzten Jahren negatives Bevölkerungswachstum zu
verzeichnen hatte. Bei steigender Überalterung und Arbeitslosigkeit
war das bisherige umlagefinanzierte Rentensystem nicht länger
zu finanzieren. Die Rentenreform von Ministerpräsident
Dzurinda sieht daher eine Abkehr von dem bisherigen staatlichen
Umlagesystem hin zu einem Rentensplitting vor. Derzeitig Berufstätige
können noch wählen zwischen der ausschließlich
staatlichen Versorgung oder einer 50%igen Einzahlung in einen
privaten Rentenfonds und einer 50%igen Umlage durch das staatliche
System. Berufsanfänger sind gleich zum Splitting aufgefordert.
Das slowakische Schulsystem ist seit 1989 in seiner Struktur
z.T. unverändert geblieben. Die allgemeine Schulpflicht
beträgt 10 Jahre. Es gibt Grundschulen (bis Klasse 9),
an die sich eine Ausbildung an Gymnasien (4 Jahre) oder Berufsschulen
(2-4 Jahre; z.T. Möglichkeit, das Abitur abzulegen) anschließt.
Zugang zum Gymnasium erfolgt nur über eine bestandene
Aufnahmeprüfung. Die Verantwortung für das Schulmanagement
ist weitgehend auf die regionalen Selbstverwaltungsorgane
und Kreisschulämter verlagert worden. Die 23 Hochschulen
des Landes genießen ein relativ hohes Maß an Autonomie.
Voraussetzung für ein Studium ist das Abitur (seit 1994
auch in Deutschland anerkannt) und das Bestehen einer Aufnahmeprüfung
der betreffenden Hochschule.
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Die derzeitige slowakische Außenpolitik konzentriert
sich zum einen auf den EU Beitritt im nächsten Jahr.
Zum anderen wurde dem Land für 2004 endlich die erwünschte
Mitgliedschaft in der NATO in Aussicht gestellt. Aufgrund
des Demokratiedefizits unter der autokratischen Herrschaft
von Ministerpräsident Meciar bis 1998 hatten die USA
eine Mitgliedschaft der Slowakei im militärischen Bündnis
ausgeschlossen. Nach dem Regimewechsel jedoch rückte
die Slowakei wieder näher an den Westen heran und überwand
die Isolation.
Die slowakische Regierung ist pro- amerikanisch eingestellt
und hatte gemeinsam mit anderen europäischen Regierungen
den USA ihre Solidarität und politische Unterstützung
beim militärischen Vorgehen gegen den Irak zugesichert.
Die slowakische Bevölkerung hingegen lehnt derzeit einen
NATO- Beitritt ebenso ab wie die Unterstützung der Irakintervention
durch die Regierung. Dennoch wird der Beitritt erfolgen und
das Land, das sich geopolitisch am Rande Europas befindet,
wird sich unter den Schutz des großen Militärbündnisses
begeben. An der Schaffung einer Europäischen Armee in
Abgrenzung zu den USA hat die Slowakei kein Interesse.
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