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Schlüsselmotive

Politische Strukturen - Europas Verfassung

"Und warum leben die Menschen in Frieden?" Die Katze antwortete: "Meine Familie sagt, dass nach dem Zusammenschluss allen Völkern der europäischen Mitgliedstaaten die gleichen Rechte garantiert werden. Zudem brachte dieser Zusammenschluss den Menschen Wohlstand, gute Bildung und vor allem eine soziale Absicherung

Aus: Der kleine Prinz, Szenario 1, Varel

 

Ein Problem ist immer noch, dass die EU-Länder unterschiedlich arm und reich sind. Das ist auch ein Hindernis für die endgültige Öffnung der Grenzen. Die Frage, die keiner mir beantworten kann, ist: Wie soll sich das in den nächsten Jahren ändern?

Aus: Vereinigtes Europa?,
von Vera, Alexander, Martina, Florian, Peter, Wetter

 

Stellen wir uns einmal vor, dass Europa in 2020 ein vereinigter Staat sei. Die Regierung des Landes würde direkt vom Volk gewählt, ähnlich wie zur Zeit in Deutschland, die verschiedenen Staatsorgane wären unabhängig voneinander, so dass keiner machen könnte, was er will. Ein vereintes Europa wäre eine starker Staat, wie z.B. die USA, und auch ein Wirtschaftsgigant.

Aus: Europa 2020 – Umwelt, Politik, Forschung, Gemeinsamkeiten

 

Ich glaube, dass Europa zusammenhalten muss und vor allem müssen alle Länder Abstriche machen, wenn eine großes Europa entstehen soll.

Jan Dietzen, Schüler aus Bad Homburg

 

Durch dieses System ist die Bewegungsfreiheit der Bürger aller Mitgliedsstaaten gesichert: Jeder EU-Bürger darf in jedem der 28 EU-Länder leben, studieren, arbeiten oder ein Unternehmen gründen. (...) Zu hoffen bleibt jedoch bis jetzt, dass sich auch die folgenden Generationen ohne Vorurteile aufeinander zu bewegen und ohne religiöse oder ethnische Konflikte miteinander auskommen.

Aus: Ein Europa aus Ameisen?,
von Christof Schlindwein, Bad Homburg

 

Eine der großen Barrieren in unserem neuen Europa ist die Sprache. Keine der Nationen wollte ihre eigene Sprache abgeben. (...) In Regierungsinstitutionen wird allerdings eine einheitliche Verkehrssprache gesprochen, Englisch.

Aus: Europas Weg zur Macht, von Jan Dietzen, Bad Homburg

 

Die Europäer wollen nicht eine einzige Person, die sie repräsentiert, sondern eine Einheit von Menschen aus jeder Gesellschaft. Wir wollen vereint sein und zusammen arbeiten, aber wir können uns eine Person, die eine einzige Identität repräsentiert, nicht aneignen. Für uns ist das unmöglich. Auf Grund dieser Idee werden die europäischen Institutionen geformt, (...) mit der Sorgfalt, dass alle Gesellschaften, eine Stellungnahme in allen Entscheidungen haben werden.

Aus: Europäische Blätter, Ausgabe 20. Juli 2020,
von Andrei, Sebastian, Sânziana, Alina, Filip,
Remus, Ana, Dana, Andrei, Anton, Iana, Ingrid,
Bukarest

 

Dieses "perfekte" Europa, diese Einheit ist nur zustande gekommen, um andere Länder unterdrücken zu können und sich selbst an die Spitze zu heben?

Aus Broken Hope, Driedorf

 

Vor vier Jahren hatte die europäische Politik einen Quantensprung gemacht. Die europäische Union wurde zu einem europäischen Staat nach amerikanischem Vorbild. Nach Meinung vieler eine viel zu frühe Entwicklung, eine Meinung, die auch Iris vertrat.

Aus Neuropa, 11c Bad Bentheim

 

Ach was waren das 2003 noch für Zeiten, als man noch wusste, wer alles zu Europa gehörte. Doch dann, als noch mal 10 Länder dazu kamen, war man froh überhaupt alle zu kennen. (...) Na ja, Rumänien und Bulgarien machten dann vorerst die EU komplett. Dann 2008 begannen die Überlegungen für ein kompakteres Europa, in dem jeder Mensch gleich sein sollte und in jedem Land der gleiche Lebensstandard herrschen sollte und was ist daraus geworden? Von 2008 bis 2010 überlegten die Politiker erst einmal, tagten auf Gipfeltreffen und was passierte? Nichts!!! 2012 kam ein Gesetzentwurf auf den Tisch (...) Da das Volk ja nichts mit diesen Entscheidungen zu tun habe, entschieden die Regierungschefs. (...) Doch irgendwie muss ich sagen: es hat sich nichts getan, außer dass ein paar Politiker in Brüssel sitzen und schlau reden und jetzt ein paar Entscheidungen vorher absprechen, bevor sie beschlossen werden.

Aus: Vereinigtes Europa?,
von Vera, Alexander, Martina, Florian, Peter,
Wetter

 

Man sprach sogar schon scherzhaft vom "Europäischen Reich". Aber ganz so glatt sollte die lang geplante Europäische Integration dann schließlich doch nicht vonstatten gehen. Im Gegenteil, die Errichtung des föderativen Superstaates verkam immer mehr zum Scheingerüst. Verschiedene Gesinnungen und Einstellungen vermischten sich in einem undurchsichtigen Chaos.

Aus: Eine Frage der Identität, Gelnhausen

 

Als sie nach langer und anstrengender Reise endlich in Berlin ankamen, sprachen sie einen etwas merkwürdig aussehenden Mann an, der sich vor dem Bundestag aufhielt. (...) "Warum siehst du denn so traurig aus?" "Weil die EU zerfallen ist. Wir haben keinerlei Bedeutung in der Welt mehr. Der wirtschaftliche Wohlstand jedes europäischen Landes ist rückläufig, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Unterschiede lassen Unruhen entstehen und die Welt wird von einem Hegemon regiert. Alles wird von den Amerikanern bestimmt. Isoliert und einsam stehen wir im Schatten des Riesen USA."

Aus: Der kleine Prinz, Szenario 3, Varel

 

Viele riefen etwas. Aber eine Parole breitete sich in Windeseile unter den Europäern aus: "Gemeinsam sind wir stärker!"

Aus: Die innere Metamorphose eines Menschen, von Daniel, Erfurt

 

Alle hatten der zweiten EU-Erweiterung optimistisch entgegengesehen. Sie sollte der Ukraine, Weißrussland, Bosnien, Kroatien und den anderen Ländern noch mehr Möglichkeiten bieten und Europa weiter vereinen. Doch schon bald gab es die ersten Proteste in den Beitrittsländern. Man warf den alten EU-Mitgliedern vor, die Erweiterung nur für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu nutzen und sich nicht ausreichend um die Integration der anderen zu bemühen.

Aus: Europia – Utopia?
von Sarah, Christopher-Alexander, Susann, Jenny,
Maren, Nina, Sven, Joan, Sophia, Margaux, Katharina,
Berlin-Steglitz

 

(...) obwohl es negative Seiten gibt, wäre die Auflösung der EU ein großer Schritt nach hinten, ein Fehler mit unvorstellbaren Konsequenzen. Es hieße etwas zu verlieren, was man nach einem schweren Kampf erreicht hat.

Aus: Hoffnung,
von Alexandru, Alexandru, Emil, Bogdan, Flaviu,
Bukarest

 

Eines Tages wird vielleicht ein großer Staat entstanden sein und unsere Nachfahren werden dann vielleicht nur noch aus Erzählungen erfahren, wie es war, in einem Europa mit vielen Kleinstaaten zu leben. Sie werden dann nie wieder irgendwelche Kriege in Europa erleben müssen. Das muss unser Ziel sein. Dazu müssen wir alle unseren Teil beitragen um dies zu schaffen." – "Wow! Das ist aber toll. Wenn ich das nächste Mal nach Europa komme, ist es vielleicht schon so weit!"

Aus: Der kleine Prinz, Szenario 2, Varel

 

FRAGEN "La femme à 50 ans est comme l’Europe, en ruine”, lautet ein französisches Sprichwort. Oh, ist aber Europa zertrümmert? Hatte Sprengler recht, als er behauptete, dass die Zukunft Kulturen wie der russischen oder der chinesischen gehört und dass die europäische schon "veraltet" ist? Geht vielleicht unsere Welt zu Grunde und wir merken es gar nicht? Spielt die Technologie eine so große Rolle in unserem Leben oder entwickelte sich ein solcher Hochmut, dass wir ausschließlich das Äußere betrachten und wahre Werte – die uns nicht gehören – nicht erkennen können? Computer, virtuelle Realität, Reisen ins Weltall… das hat uns alle verändert, obwohl wir das nicht wollten. "Fakt ist, dass sie Menschen die eigenen Erfindungen nicht beherrschen können, sondern, dass sie versuchen, sich an die neuen – von den Erfindungen geschaffenen – Bedingungen anzupassen”, meinte Galsworthy in dem Vorwort der prächtigen "Forsyte Saga”. Wird auch unsere (europäische) Kultur darunter leiden? Wird unsere Welt ihre Pracht verlieren? Werden unsere Seelen Wüsten der moralischen Armut in dem täglichen Kampf nach Glück, Geld und Ruhm? Werden wir unsere Mitmenschen, die besser oder anders als wir sind, hassen? Sollte man noch erwähnen, in welcher Dekadenz und in welchem Prunk das Römische Reich zu einer kleinen, unsicheren Stadt wurde? Den Lauf der Geschichte kann man nicht ändern, aber man kann ihn bremsen. Und man kann sich selbst ändern. Man kann sein Herz und seine Gefühle suchen, man kann die Einsamkeit überwinden und sich selbst ausdrücken. Vielleicht wird so der Weg in die Ruine leichter.

Von Sânziana Ianc, 10b Bukarest
Aus: Europäische Blätter, Ausgabe 20. Juli 2020,
von Andrei, Sebastian, Sânziana, Alina, Filip, Remus,
Ana, Dana, Andrei, Anton, Iana, Ingrid, Bukarest

 

Wladimir war schon spät dran, denn Olaf ist nicht lange auf der Straße hinter dem Schrottplatz. Dort verkauft er für einen guten Preis russischen Wodka, den er zollfrei über die Grenze schmuggelt. Früher konnte er das noch legal machen. Damals waren die Zollgebühren aber auch nicht so hoch. Die EU sei schuld, sagt Olaf jedes Mal, wenn er und Wladimir sich mal wieder in ein Gespräch verwickeln.

Aus: Sergej, der Europäer, Wetzlar

 

Er hat ja nicht ganz unrecht, grübelt Sergej so vor sich hin. Die Lohnangleichung geht zwar nicht besonders gut voran, doch wenn man so die Vorteile bedenkt: Es fließen viele Gelder in unser Land, Arbeit gibt es irgendwann auch für alle und das reformierte Bildungssystem wird einmal zu den besten gehören. Ja, ja, in ca. 5 Jahren oder mehr wird die Ukraine wie Polen sein. Doch ist das so sinnvoll? (...) Er verlässt den Klassenraum, einmal nach rechts, dann links und die Treppe runter. Dort ist der Ausgang. Darüber in Großbuchstaben: "WE ARE ALL EUROPEANS!"

Aus: Sergej, der Europäer, Wetzlar

 

Ich lebe in einem System der idealen Demokratie. Ich denke jetzt, dass das dumm klingt. Warum? Schon die griechischen Philosophen haben bewiesen, dass die ideale Demokratie in der menschlichen Gesellschaft nicht existieren kann. Aber die Schöpfer von unserem System und die Bürger der Welt, in der es keine Grenzen gibt, denken anders darüber. Ja, Europa wird von einem gemeinsamen Computernetz geleitet, alle Funktionen und Auswirkungen der Gesellschaft werden von dem Supercomputer kontrolliert. Warum? Um die ideale Demokratie im Gleichgewicht zu halten. Was bekommen wir davon? Stabilität. Was verlieren wir? Freiheit. Ja, die Freiheit. Der Supercomputer kontrolliert jeden Schritt von uns, durch die Web-Cameras. Er muss doch wissen, wo es keine Demokratie gibt.

Aus: Tagebuch eines Journalisten, Riga

 

Aber ich glaube, es wird schon wieder, und welches System ist denn perfekt? Es wird nie ein absolut perfektes System geben, es wird immer Fehler geben, die man nie vorhersagen kann. Aber vielleicht ist es auch gut so.

Aus: Tagebuch eines Journalisten, Riga

 



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Zuletzt aktualisiert: 05.03.2005