Der Mythos Europa
Europa war eine schöne Prinzessin der
Phönizier, so schön, dass selbst der Göttervater
Zeus keine Mühe scheute, Europa für sich zu gewinnen.
"Vor vielen Jahren lebte ein Mädchen
mit dem Namen Europa in einem fernen Land. Ihre Eltern waren
die Regenten dieses Landes: Der König Agenor und die
Königin Telephassa. Da Europa wunderschön war,
hatte der Oberste der griechischen Götter, Zeus, es
auf sie abgesehen. Der wiederum, ein richtiger Casanova
des Olymp, traute sich nicht, sich ihr in seinem richtigen
Aussehen zu nähern. Denn Zeus war verheiratet, und
seine Frau Hera konnte rasend werden wegen seiner vielen
Frauengeschichten. Eifersüchtig verfolgte sie ständig
ihren Göttergatten, deshalb musste der sich immer wieder
eine neue Verwandlung einfallen lassen."
Wie die Geschichte weitergegangen ist, könnt
Ihr hier
nachlesen.
Europa soll seinen Namen also von dieser
verführten Agenor-Tochter haben. Was der Name selbst
aber bedeutet, ist nach wie vor unklar. Der Einfachheit
halber und weil es so logisch ist, schließen wir uns
der Deutung an, wonach der Ursprung beim semitischen Wort
"ereb", dunkel, liegt. Das leuchtet ein, denn
von den Phöniziern aus gesehen liegt Europa im Westen,
wo es noch dunkel ist, wenn im Osten schon die Sonne aufgeht.
Da die Phönizier anfänglich lediglich
eine Art Küstenschifffahrt betrieben, darf es nicht
erstaunen, dass für sie dieses Europa sehr weit weg
war. Erst die Erfindung der Schiffsbauweise mit einem Kiel
ermöglichte ihnen die Ausdehnung ihrer Handels-beziehungen
übrigens ähnlich wie der technologische
Fortschritt insbesondere im Transportwesen und den Informations-
und Kommunikationstechnologien die Globalisierung unserer
Tage ermöglicht hat.
Und dann dauerte es nicht mehr lange,
bis sie sich in Malta, Sizilien, Korsika, Spanien und Frankreich
festsetzten. Geblieben ist in Malta das Erbgut in der Bevölkerung,
die Verwandtschaft der Sprache (ein Libanese versteht die
Malteser problemlos) und die Bauart der Schiffe: die maltesischen
Luzzus ähneln den phönizischen Schiffen
verblüffend.