Ausgangslage
Die Europäische Integration ist ein dynamischer Prozess.
Seit ihrer Gründung hat sich die Europäische Union
bereits in mehreren Runden von sechs Gründungsmitgliedern
auf derzeit fünfzehn Mitglieder erweitert. 1973 traten
Großbritannien, Dänemark und Irland bei, 1981
folgte Griechenland, 1986 Portugal und Spanien sowie schließlich
1995 Österreich, Schweden und Finnland. Zu Beginn des
21. Jahrhunderts befindet sich die Europäische Union
vor der schwierigsten und größten Erweiterung
ihrer Geschichte. Insgesamt 13 Beitrittskandidaten wollen
der EU beitreten. Im März 1998 wurden die Beitrittsverhandlungen
mit Estland, Ungarn, Polen, Slowenien, der Tschechischen
Republik und Zypern eröffnet, im Februar 2000 mit Rumänien,
Lettland, Litauen, Bulgarien, der Slowakei und Malta.
Auf dem Europäischen Rat von Kopenhagen im Dezember
2002 beschlossen die Staats- und Regierungschefs, die Verhandlungen
mit zehn Ländern (Estland, Lettland, Litauen, Polen,
Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, Ungarn,
Malta und Zypern) abzuschließen und die Beitrittsverträge
im April 2003 in Athen zu unterzeichnen. Die neuen Mitglieder
sollen zum 1. Mai 2004 beitreten und bereits an den Wahlen
zum Europäischen Parlament im Juni 2004 teilnehmen.
Bei entsprechenden Fortschritten und mit Unterstützung
durch die Europäische Union sollen Bulgarien und Rumänien
im Jahr 2007 folgen.
Nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes kann damit nun die
Teilung des Kontinentes überwunden werden. Durch die
vorgesehen Aufnahme von acht mittel- und osteuropäischen
Ländern, Malta und Zypern im Jahr 2004 und die für
2007 anvisierte Erweiterung um Bulgarien und Rumänien
wird die Europäische Union fast 500 Millionen Bürger
haben. Unklar ist noch, wann der 13. gegenwärtige Beitrittskandidat,
die Türkei, in die EU aufgenommen werden kann. In Kopenhagen
haben sich die EU-Staats- und Regierungschefs darauf geeinigt,
dass wenn die Türkei hinreichende Fortschritte insbesondere
in den Bereichen Demokratie und Menschenrechte vorweisen
kann, im Jahr 2005 Beitrittsverhandlungen aufgenommen werden
sollen.
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