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Wohlstand und Nachhaltigkeit

Technologischer Wandel

Der technologische Fortschritt ist die Lokomotive der wirtschaftlichen Entwicklung – er verändert auch unsere Lebensgewohnheiten. Und es ist heute noch nicht vorauszusehen, welche Innovationen die Basistechnologien von morgen sein werden. Betrachtet man die Zukunftsforschung oder Filme und Bücher über das Morgen, muss man feststellen, dass die Vorstellungen meistens ziemlich daneben lagen. (mehr)

Im folgenden konzentrieren wir uns auf zwei Basistechnologien, um die Perspektiven des technologischen Wandels und seine (möglichen) Auswirkungen auf die europäischen Gesellschaften zu verdeutlichen: die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) und die moderne Biotechnologie.

Zum Beispiel Biotechnologie
Wohl kaum eine Technologie bündelt in sich die Ängste und Hoffnungen, die Menschen stets mit dem technolo-gischen Fortschritt verbinden, mehr als die moderne Biotechnologie. Unter Biotechnologie versteht man das Zusammenwirken von Naturwissenschaft und Technik mit dem Ziel, Organismen, Zellen und Teile davon für Produkte zu nutzen. Ein mit Vitamin A angereicherter Mais, schädlingsresistente Maissorten, die gentechnische Herstellung von Enzymen (z.B. für die Käseproduktion) und die frühzeitige Erkennung von erblich bedingten Krankheiten sind nur einige Beispiele, die heute bereits in der Praxis umgesetzt werden. Große Hoffnungen richten sich darauf, mit Hilfe der Gentechnik erblich bedingte Krankheiten heilen oder von vorneherein ausschließen zu können. Je größer die Möglichkeiten der Gentechnologie sein werden, desto mehr werden sie jeden zwingen, sich auf irgendeine Weise auf eine persönliche Auseinandersetzung und Stellungnahme einzulassen. (mehr)

Die europäische Dimension des Themas Biotechnologie
In zahlreichen Bereichen hat die EU hier gemeinsame Regelungen erlassen. So bestehen inzwischen unter anderem gemeinsame Standards für die Kennzeichnung gentechnisch veränder-ter Lebensmittel, die Freisetzung von gentechnisch verändertem Saatgut und für die Patentierung biotechnologischer Erfindungen. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der modernen Biotechnologie als Wirtschaftsfaktor stellt diese einen Förderschwerpunkt der EU-Programme zur Förderung von Forschung und Entwicklung dar. (mehr)

Leitfrage:
Gentechnik im Alltag? (mehr)

Provocation: Körper nach Maß und Mode
Body Design ist zur Boombranche geworden. Wer nur ein wenig auf sich hält, lässt sich hin und wieder einen neuen Leib schneidern, man trägt ja auch nicht dasselbe Hemd jahrein, jahraus. Doch: Wer schön sein will, muss leiden, das gilt auch 2024 noch. Leiden heißt nun, die Qual der Wahl zu haben, sich entscheiden zu müssen. (mehr)

Zum Beispiel Virtualisierung des Alltags
Auch wenn es heute schon für viele Menschen zum Alltag gehört, das Internet gibt es erst seit 1993. Schon zehn Jahre nach seiner Schöpfung ist das digitale "Netz der Netze" heute für viele Menschen selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. (mehr)

Eine ganz kurze Geschichte des Internets (mehr)

Internetverbrecher
Die Ausbreitung extremistischer Parolen oder pornographischer Inhalte im Internet, neue Formen der Wirtschaftsspionage, Internet-Sucht, oder die Führung elektronischer Kriege – alles dies sind Szenarien, die mit dem elektronischen Zeitalter im negativen Sinne verbunden werden. (mehr)

Leitfragen für die künftige Entwicklung: Total digital? (mehr)

 

Provocation: Netzwärme
Im Internet wird es richtig gemütlich. Und wem haben wir das zu verdanken? Den Mädels und Frauen natürlich. Denn die Jungs und Männer waren viel zu beschäftigt mit E-Commerce ("Man(n) muss mit diesem Netz doch Geld verdienen können!") und Kampfspielen á la Laura Croft. Eine kurze Geschichte über die "Cyber-Weiber". (mehr)

Provocation: Roboter für alles
Wir haben es immer gewusst. Eines Tages werden wir von den Maschinen terrorisiert, die wir selbst gebaut haben. Gut, wenn sie uns beim Rasenmähen gelegentlich über die Füße fahren. Aber mal im Ernst: sie machen vieles auch einfacher. (mehr)

Provocation: Ein Tag im Mai 2013
Herr Z. und seine Frau lassen die Maler kommen. Ob diese Blechkisten auch wirklich zuverlässig arbeiten? (mehr)

Digitalisierung und
Privatsphäre

Prognosen gehen davon aus, dass man in den meisten Industriestaaten bis etwa 2010 die meisten der Bewegungen jedes Bürgers technisch analysieren und überwachen kann. Wie moderne Gesellschaften mit personenbezogenen Informationen umgehen und welche Bereiche des Privaten sie als schützenswert erachten, zählt zu den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. (mehr)

Die europäische Dimension des Themas IKT
Die Europäische Union hat es sich zum Ziel gesetzt bis 2010 zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaft der Welt" werden." Die modernen Informations- und Kom-munikationstechnologien werden hierbei als ein Schlüsselfaktor gesehen, der sich auch auf alle anderen Wirtschaftsbereiche auswirkt. Zentrale Maßnahmen der EU sind:

  • die Förderung der Forschung im Hinblick auf die Entwicklung und den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien;

  • die Schaffung und Weiterentwicklung eines Rahmens aus Rechtsvorschriften und Normen zur Belebung des Wettbewerbs und zur Gewährleistung der Sicherheit der Bürger

  • die Förderung der Entwicklung von Anwendungen und Inhalten bei gleichzeitiger Unterstützung von Initiativen, mit denen die Bürger Europas ermuntert und in die Lage versetzt werden, an der Informationsgesellschaft teilzuhaben und ihre Vorteile zu nutzen. Ziel ist die Heranführung aller Bürger, Haushalte, Schulen, Unternehmen und Verwaltungen ans Netz durch schnellere, billigere und sicherere Internet-Zugänge.

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Provocation: Meine Agenten, ein Maulwurf und ich
Die Angst vor der Spamlawine geht um. Die Nutzung des Internet kann ganz schön nervenaufreibend sein. Ein Glück, wenn es sich lediglich um einen falschen Alarm handelt. (mehr)

Interview: Cafeteria-Staat und gespaltene Gesellschaft
Peter Glotz, der den Begriff vom "digitalen Kapitalismus" geprägt hat, spricht über die Konsequenzen der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien für Gesellschaft, Staat und Wirtschaftspolitik. (mehr)

Weiterführende Links:
Technologischer Wandel

 

Zum Beispiel
Biotechnologie

Wohl kaum eine Technologie bündelt in sich die Ängste und Hoffnungen, die Menschen stets mit dem technologischen Fortschritt verbinden, mehr als die moderne Biotechnologie. Unter Biotechnologie versteht man das Zusammenwirken von Naturwissenschaft und Technik mit dem Ziel, Organismen, Zellen und Teile davon für Produkte zu nutzen.

Die »traditionelle« Biotechnologie bezieht sich auf die Herstellung von z.B. Bier, Käse und Brot. Die moderne Biotechnologie umfasst alle Methoden der gentechnischen Veränderung durch DNA-Rekombinations- und Zellfusions-Technik sowie die moderne Weiterentwicklung der traditionellen biotechnischen Prozesse.

Die Möglichkeit, in den genetischen Bauplan von Mikroorganismen, Pflanzen, Tieren und letztlich auch des Menschen einzugreifen und Veränderungen vorzunehmen eröffnet völlig neue Perspektiven für die Herstellung neuer Werkstoffe, die Lebensmittelproduktion und die Medizin. Ein mit Vitamin A angereicherter Mais, schädlingsresistente Maissorten, die gentechnische Herstellung von Enzymen (z.B. für die Käseproduktion) und die frühzeitige Erkennung von erblich bedingten Krankheiten sind nur einige Beispiele, die heute bereits in der Praxis umgesetzt werden.

Je größer die Möglichkeiten der Gentechnologie sein werden, desto mehr werden sie jeden zwingen, sich auf irgendeine Weise auf eine persönliche Auseinandersetzung und Stellungnahme einzulassen. Durch den Umbau des Erbmaterials entwickelt sich der Mensch zum Objekt seines eigenen technisch-medizinischen Gestaltungswillens. Die Geschichte des individuellen Menschen in seiner Einzigartigkeit geht über in das Zeitalter seiner Machbarkeit.

Das menschliche Erbgut ist seit einigen Jahren vollständig entschlüsselt. Jetzt wird in den Labors der Biotechnologen an der Entwicklung genbeeinflussender Wirkstoffe gearbeitet. Unsterblichkeitsvisionen haben Hochkonjunktur. Wird es gelingen, durch gezieltes Umprogrammieren von Altersgenen die Uhr des Lebens länger laufen zu lassen oder gar auszuschalten?

In Tierversuchen werden zwar die ersten bemerkenswerten Erfolge erzielt, aber die Komplexität des menschlichen Alterungsprozesses birgt noch viele ungelöste Rätsel. Schätzungen zufolge wird im Jahr 2025 die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Mitteleuropa weiter noch deutlich weiter angestiegen sein - bei Männern um die 80 Jahre, bei Frauen 85.

Dank der Hochleistungsmedizin werden selbst schwerste organische Defekte heilbar, vor allem auch, weil Transplantationen zu erfolgreichen Routineeingriffen geworden sind – selbst beschädigte Gehirnteile können ausgewechselt werden.

Den Alterungsprozess aufhalten können Molekularbiologen jedoch nach wie vor nicht. Zwar gelingt es, bestimmte Alterungsgene so zu manipulieren, dass sie ihre Funktion - die Wartungsarbeit im Körper - erheblich länger ausüben. Doch mit Altern und Sterben sind Tausende anderer biochemischer Prozesse verbunden. Der Traum vom Jungbrunnen wird wohl ein Traum bleiben.

 

© 2004
Zuletzt aktualisiert: 05.07.2004