Ausgangslage
In der Europäischen Union gehen rund 166 Millionen
Menschen einer Erwerbstätigkeit nach, das sind knapp
40% der gesamten Bevölkerung. Erwerbsarbeit bindet
die Menschen in die Ziele und Leistungen der Gesellschaft
ein.
Am Arbeitsmarkt entscheiden sich Verteilung und Höhe
der Einkommen einschließlich der Ansprüche auf
Sozialleistungen des überwiegenden Teils der Bevölkerung
(wenn man nicht gerade im Lotto gewinnt, Unternehmer, Erbe
reicher Eltern oder Bankräuber ist).
Über die berufliche Stellung definiert sich der gesellschaftliche
Status und damit wesentlich auch die Selbstwahrnehmung des
Einzelnen ("Und was machen Sie so?"). Erwerbsarbeit
strukturiert unsere Lebensabschnitte (Ausbildung, Berufstätigkeit,
Ruhestand), als auch die Zeitstruktur des Tages, der Woche,
und des Jahres der Erwerbstätigen.
Trotz ihrer nach wie vor zentralen Rolle, ist Arbeit stets
auch mit Last verbunden. Die Arbeit zu erleichtern oder
zu verringern, war immer schon ein grundlegendes Motiv menschlichen
Handelns. Die steigende Produktivität ist Ausdruck
der Fähigkeit, immer mehr Güter mit immer weniger
menschlicher Arbeitskraft herstellen zu können.
In Folge allgemein kürzerer Tages- und Lebensarbeitszeiten
haben neue Inhalte wie Freizeit, Bildung oder soziales Engagement
für die persönliche Entfaltung an Bedeutung gewonnen.
Aus diesem Grund, vor allem aber wegen der in den vergangenen
dreißig Jahren anwachsenden Arbeitslosigkeit, haben
sich bereits zahlreiche Autoren mit dem Ende der Erwerbsgesellschaft
und dem, was danach kommen könnte, auseinandergesetzt.
Das heißt freilich nicht, dass uns die Arbeit
ausgeht. Nach wie vor besteht ein hohes Maß
unbefriedigter Bedürfnisse und sinnvoller Tätigkeiten.
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