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Arbeit, Soziales & Bildung

Die Zukunft der Erwerbsarbeit

Der richtige Weg zur Überwindung der Arbeitslosigkeit ist eines der umstrittensten politischen Themen unserer Zeit. Die einen betrachten die Krise auf dem Arbeitsmarkt als Folge sinkender Wirtschaftsdynamik und setzen dementsprechend auf die Revitalisierung der Marktkräfte und Wirtschaftswachstum. Die anderen befürworten aktive Maßnahmen des Staates zur Arbeitsbeschaffung und Organisation von sinnvollen, aber nicht marktfähigen – meist gemeinnützigen – Aufgaben. Daneben formiert sich allmählich eine dritte Gruppe von Zeitgenossen, welche der Überzeugung sind, dass sich unsere Gesellschaft in einem grundlegenden Übergang befindet, dessen Ausgang noch ungewiss ist. (mehr)

Die Europäische Dimension des Wandels der Arbeitswelt
Seit Anfang der 70er Jahre hat sich die Arbeitslosigkeit in den Mitgliedstaaten der EU nahezu vervierfacht. Die Frage der Beschäftigung ist damit auch zu einer zentralen Bewertungsgrundlage europäischer Politik geworden. Die offizielle Arbeitslosenquote in der Europäischen Union liegt gegenwärtig bei 8,4 Prozent, was etwa 16 Millionen Arbeitslosen entspricht. Daneben, so Schätzungen, suchen rund 10 Millionen Europäer eine Arbeit, ohne jedoch arbeitslos gemeldet zu sein. Mit dem Vertrag von Amsterdam ist die Förderung der Beschäftigung als ”Angelegenheit von gemeinsamen Interesse” und als zentrale Aufgabe der Union bekräftigt worden. (mehr)

Allgemeine Beschäftigungstrends
Das traditionelle 'normale' Arbeitsverhältnis wird immer seltener. In allen EU-Mitgliedstaaten zeigen sich Trends zu mehr Teilzeitarbeit, befristeten Beschäftigungen und häufigeren Arbeitsplatzwechseln. So schätzt etwa der britische Sozialwissenschaftler Richard Sennett, dass ein junger Hochschulabsolvent im Vereinigten Königreich bereits heute in den durchschnittlich 35 Jahren seines vor ihm liegenden Arbeitslebens mindestens zwölf Mal den Arbeitgeber wechseln wird. (mehr)

 

67% aller Erwerbstätigen arbeiten im Dienstleistungssektor (mehr)

Häufigerer Arbeitsplatzwechsel und Bereitschaft zu Flexibilität (mehr)

Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt weiter (mehr)

Schlechtere Aussichten für Angehörige aus Drittstaaten (mehr)

Ein vielfältiges Bild in den Beitrittsländern (mehr)

Europäische Beschäftigungspolitik
Die Bekämpfung der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit ist das wichtigste wirtschafts- und sozialpolitische Ziel der Europäischen Union. Dazu werden jährlich gemeinsame Leitlinien entwickelt, die von den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Die Verringerung der Jugendarbeitslosigkeit, die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen und das "Lebenslange Lernen" sind dabei zentrale Punkte der gemeinsamen Beschäftigungsstrategie. (mehr)

Leitfragen für die künftige Entwicklung
Wie gehen wir mit der anhaltenden Massenarbeitslosigkeit um? (mehr)

Provocation: Das Paradies-Paradox
Sollten wir wirklich schon so nah am Traum eines Lebens ohne Arbeit sein? Und wenn ja, sind wir dann nicht alle Arbeitslose? Nein, zu tun wird es noch genug geben. (mehr)

Wachstum ohne Entwicklung?
Eine fiktive Wahlrede des Fraktionsvorsitzenden der "Partei des neuen Weges" im Jahr 2009: Die Wachstumsgesellschaft und mit ihr die traditionelle Erwerbsarbeit sollen am Ende sein. Doch was danach kommen soll, bleibt offen. Ideen? (mehr)

Euromärsche (mehr)

Weiterführende Links
Zukunft der Erwerbsarbeit

 

Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt weiter

Die übliche Vollzeitbeschäftigung geht in der EU kontinuierlich zurück. Teilzeitarbeit, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit und befristete Beschäftigungsverhältnisse bzw. Zeitarbeit sind heute weitverbreitete Strukturmerkmale der Beschäftigung in der EU.

Der Anteil der Teilzeitarbeit an der Gesamtbeschäftigung stieg zwischen 1991 und 2001 von 14% auf 18%. Mehr als 21% der Beschäftigten in Dänemark, Schweden und dem Vereinigten Königreich und über 40% in den Niederlanden gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach. Griechenland, Spanien und Italien sind Ausnahmen; in diesen Ländern liegt die Teilzeitbeschäftigungsquote höchstens bei 8%. Noch ist Teilzeitarbeit nach wie vor eine Domäne der Frauen – rund 34 % der erwerbstätigen Frauen sind teilzeitbeschäftigt, während der Anteil bei den Männern hier lediglich bei etwas über 6% liegt.

Eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Wochenarbeitsstunden wird u.a. in Frankreich auch als ein Weg gesehen, die vorhandene Erwerbsarbeit auf mehr Menschen zu verteilen. Andere hingegen befürchten, dass kürzere Arbeitszeiten die Kosten erhöhen, damit die Wettbewerbsfähigkeit verringern und damit zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen.

Tatsache ist, dass das Volumen der Arbeitsstunden in Deutschland in den letzten Jahrzehnten nahezu unverändert geblieben ist und die Zahl der Beschäftigten insbesondere durch kürzere Arbeitszeiten verlängert werden konnte.

Rund 13 Prozent der Arbeitnehmer in der EU waren 2001 auf der Grundlage eines befristeten Arbeitsvertrages beschäftigt, in Spanien lag der Anteil bei 32 %, in Irland hingegen nur bei 4%.


© 2004
Zuletzt aktualisiert: 05.07.2004