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Arbeit, Soziales & Bildung

Der europäische Sozialstaat im Wandel

Das europäische Sozialmodell ist dadurch gekennzeichnet, dass etwa im Vergleich zu den USA und noch mehr zum überwiegenden Rest der Welt, ein relativ hoher Anteil der Wirtschaftsleistung für Sozialausgaben – also für Gesundheitsausgaben, Sozialhilfe, Arbeitslosenunterstützung, Renten und andere Sozialleistungen – aufgebracht wird. So liegt die durchschnittliche Höhe der Sozialausgaben in den EU-Mitgliedstaaten gegenwärtig bei etwa 28 Prozent des Bruttosozialprodukts (knapp 30 Prozent in Deutschland). Zentrale Herausforderungen für die Zukunft des europäischen Sozialmodells sind:

  • der zunehmende internationale Wettbewerb,

  • das anhaltend hohe Maß an Arbeitslosigkeit,

  • die Alterung der europäischen Gesellschaften sowie

  • die sinkende Steuer- bzw. Beitragsmoral der EU-Bürger und

  • wachsende Ungleichheiten in der Einkommensverteilung.

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Der Sozialstaat in finanziellen Nöten?
Die Aufwendungen für Sozialausgaben sind in allen Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren schneller angestiegen, als die Einnahmen aus Beiträgen und Steueraufkommen. (mehr)

Leitfrage: Familienstrukturen im Wandel
Die traditionelle Familienstruktur hat sich verändert. Welche Auswirkungen werden diese Entwicklungen auf das Alltagsleben der Europäer und die Systeme der Sozialen Sicherung haben? (mehr)

Koordinierung von Ansprüchen auf Sozialleistungen
Was geschieht mit den Rentenansprüchen eines Arbeitnehmers, der jahrelang in einem anderen Land gearbeitet hat? Europäer die von ihrem Recht Gebrauch machen, sich frei innerhalb der Europäischen Union zu bewegen, sehen sich vielfältigen Fragen und Problemen im Hinblick auf ihre soziale Sicherheit gegenüber. Aus diesem Grund hat die EU bereits früh begonnen, in diesem Bereich gemeinsame Regelungen zu beschließen und weiterzuentwickeln – u.a. zu Leistungen im Krankheitsfall, zum Mutterschaftsschutz, bei Arbeitsunfällen und Altersrenten. (mehr)

Historische Entwicklung der europäischen Sozialpolitik
Die Entwicklung der europäischen Sozialpolitik von den Römischen Verträgen bis heute. (mehr)

Provocation
Bei einem kleinen Stamm in Ostafrika verfügt jeder über seinen eigenen Song, der ihn ein Leben lang begleitet. Eine kurze aber feine Geschichte über Gemeinschaft, Fürsorge und Individualität. Auf Englisch. (mehr)

 

Die europäische Dimension
Auch wenn die Soziale Sicherung ihrer Bürger nach wie vor weitgehend in den Händen der EU-Mitgliedstaaten liegt, hat die Europäische Union in diesem Bereich über die Zeit ergänzende Politiken entwickelt. Dazu zählen neben Förderprogrammen des Europäischen Sozialfonds, z.B. für die berufliche Bildung von Jugendlichen oder zur Förderung der Mobilität, inzwischen zahlreiche Sozialstandards, etwa für die Sicherheit am Arbeitsplatz oder die Gleichbehandlung von Frauen und Männern, die für alle Mitgliedstaaten Geltung haben. (mehr)

Gleichstellung von Männern und Frauen
Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist eine der Aufgaben der Gemeinschaft (Artikel 2 EG-Vertrag). Ausdrücklich heißt es, dass die Gemeinschaft bei allen ihren Tätigkeiten darauf hinwirkt, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern. (mehr)

Europäischer Sozialfonds (ESF)
Der 1960 gegründete ESF ist das wichtigste Instrument der Sozialpolitik der EG. Er dient der Förderung von Maßnahmen zur Berufsausbildung und Umschulung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Etwa 75% seiner bewilligten Beträge dienen der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. (mehr)

Leitfragen für die künftige Entwicklung – Neuorientierung des europäischen Sozialmodells
Sozialpolitik ist schon immer ein Thema der Kontroversen und Konflikte gewesen. Die einen fürchten, dass die europäischen Staaten angesichts wachsender Sozialausgaben an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und zudem der Missbrauch von Sozialleistungen ausufert, die anderen warnen vor dem schleichenden Sozialabbau und einer zunehmenden sozialen Kälte in der "Egogesellschaft". Wie könnte/sollte soziale Sicherheit angesichts der oben geschilderten Herausforderungen im Jahre 2020 gestaltet werden?

Weiterführende Links
Soziale Sicherung

 

Der Sozialstaat in finanziellen Nöten?

Die Aufwendungen für Sozialausgaben sind in allen Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren schneller angestiegen, als die Einnahmen aus Beiträgen und Steueraufkommen.

Die ursprüngliche Annahme, dass mit steigendem Volkseinkommen das Ausmaß sozialer Leistungen zurückgeführt werden kann, hat sich nicht bewahrheitet. Die Ursachen für die prekäre Lage der Sozialsysteme sind u.a.:

  • Die hohe Arbeitslosigkeit führt zu verminderten Einnahmen in Form von Steuer- und Beitragsausfällen und erhöhten Leistungsansprüchen seitens der Arbeitslosen und derer Familienangehörigen.

  • Die demographische Entwicklung hat in allen Mitgliedstaaten – mit Ausnahme Irlands – zu einer Verschiebung der Alterspyramide mit der Folge steigender Rentenansprüche geführt.

  • Die Ausgaben im Gesundheitswesen sind in allen Mitgliedstaaten als Folge des medizinischen Fortschritts und steigender Lebenserwartung stark angestiegen

  • Das Auseinanderbrechen traditioneller Familienstrukturen erhöht den Bedarf nach staatlichen Sozialleistungen.

  • Der verstärkte internationale Wettbewerb erhöht den finanziellen Druck auf die Sozialsysteme, zum einen in Form schwindender Beitrags- und Steuerbemessungsgrundlagen (Mobilität des Kapitals), zum anderen durch die sinkende Fähigkeit bzw. Bereitschaft der Wirtschaft, hohe Sozialkosten mitzutragen.

© 2004
Zuletzt aktualisiert: 05.07.2004