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Europas Rolle in der Welt

Konfliktmanagement der EU

Unter dem Eindruck der gewaltsamen Konflikte im ehemaligen Jugoslawien haben die EU-Mitgliedstaaten Ende der 90er Jahre mit dem Aufbau einer gemeinsamen verteidigungs- und sicherheitspolitischen Identität begonnen. Während sich die einen hiervon eine verstärkte Handlungsfähigkeit der Europäischen Union in künftigen Krisen versprechen, befürchten Kritiker eine Militarisierung der EU oder sehen hierin eine Verdopplung der Strukturen, die es mit der NATO bereits gibt. (mehr)

Die sogenannten "Petersberg-Aufgaben"
Mit der Aufnahme der sogenannten Petersberger-Aufgaben in den EU-Vertrag, wurde die EU ermächtigt, im Rahmen der GASP humanitäre, friedenserhaltende und friedensschaffende Maßnahmen - ggf. auch unter dem Einsatz militärischer Mittel - durchzuführen. (mehr)

 

 

 

Aufbau einer europäischen Sicherheitsarchitektur
Eine europäische Eingreiftruppe von 60 000 Angehörigen, die im Krisenfall von den Mitgliedstaaten bereitgestellt werden können, soll die Handlungsfähigkeit der EU gewährleisten. (mehr)

Wie werden Kriseneinsätze der EU finanziert? (mehr)

Multinationale europäische Einheiten: EUROKORPS, EUROMARFOR, EUROFOR (mehr)

Leitfrage: Koalitionen der "Willigen" – Kooperationsform der Zukunft?(mehr)

Provocation: Der seltsame Krieg
Gut dass wir nicht in Hüben oder Drüben leben, denn dort gehen unschöne Dinge vor sich. Eine kurze Geschichte von Martin Auer über den "seltsamen Krieg". (mehr)

Weiterführende Links:
Konfliktmanagement der EU

 

 

Aufbau einer europäischen
Sicherheits- und
Verteidigungsarchitektur

Im Dezember 1999 wurde mit dem Aufbau der militärischen Fähigkeiten der EU begonnen. Die Mitgliedstaaten verpflichteten sich bis zum Jahr 2003 in der Lage zu sein, freiwillig und innerhalb von 60 Tagen 50–60.000 Soldaten, für ein Jahr, zur Durchführung von Krisenbewältigungs-operationen zur Verfügung stellen zu können. Das bedeutet, dass die Mitgliedstaaten, diejenigen Einheiten in ihren Armeen benannten, die, im Falle einer Krise, der EU zur Verfügung gestellt werden können. Dieser ‚Pool’ von Truppen wird Europäische Schnelle-Eingreif Truppe (European Rapid Reaction Force, ERRF) genannt.

Jetzt war die EU also auf dem Weg ‚eigene’ Streitkräfte in Krisenfällen aufstellen zu können. Was für moderne Krisenbewältigung fehlte, waren entsprechende zivile Fähigkeiten. Denn häufig, und das hat sich auch im Balkan bewiesen, ist Hilfe z.B. beim (Wieder-)Aufbau einer Krisenregion erforderlich. Dazu können vorübergehende Verwaltungsstrukturen oder Polizeikräfte gehören, die zu einer Normalisierung des Alltags beitragen (wie z.B. im Kosovo – allerdings unter UN-Mandat – geschehen) erforderlich sind. Darum verpflichteten sich die EU-Mitgliedstaaten ebenfalls bis 2003, in der Lage zu sein, innerhalb von 30 Tagen 1000, und innerhalb von drei Monaten 5000 Polizisten für EU geführte Polizeioperationen aufzustellen. Das Spektrum diese Polizeioperationen könnten von Training für Polizeikräften in der Krisenregion bis hin zur gänzlichen Übernahme der Polizeifunktion in einem instabilem Land reichen.


Quelle:
Tamir Sinai (2004), Europa in der Krise - Planspiel zur Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Materialienband 12 der Forschungsgruppe Jugend und Europa, Schwalbach, Wochenschau-Verlag
(erscheint im Januar 2004).


© 2004
Zuletzt aktualisiert: 05.07.2004